Haibike XDURO oder SDURO? Die Unterschiede erklärt + 6 Modelle im Vergleich

Februar 10, 2017
Haibike XDURO oder SDURO? Die Unterschiede erklärt + 6 Modelle im Vergleich

Vom Nischenanbieter zum Marktführer. Die junge deutsche Fahrradschmiede Haibike hat wirklich einen kometenhaften Aufstieg hingelegt und ist aktuell eine der beliebtesten Fahrradmarken Deutschlands. Wegbereiter des Erfolgs ist das starke E-Bike-Segment der Schweinfurter, das mit den beiden Modellserien XDURO und SDURO in zahlreichen Ländern Verkaufsrekorde bricht. Was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt, worin die Unterschiede zwischen den beiden Produktserien liegen und wie sich die aktuellen 2017er Modelle in der Ausstattung abweichen, zeigen wir euch in diesem Beitrag.

> Mehr lesen: Haibike E-MTBs 2017 - Neue Rahmen, neuer Antrieb, verbesserte Integration

Haibike – Benchmark für E-Bike Performance

Während viele namhafte Hersteller erst seit wenigen Jahren im E-Bike Bereich aktiv werden, ist Haibike mit seinen XDURO Bikes schon seit 2010 am Start und greift zusätzlich noch auf die beinahe 100jährihge Erfahrung der Winora-Gruppe zurück. Als Erster und lange Zeit auch einziger Hersteller glaubte das Team an das Potential sportlicher E-Bikes und E-Mountainbikes, und ist heute der Konkurrenz immer einen Schritt voraus.

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Das ePerformance Segment der jungen E-Bike Schmiede lässt sich in drei grobe Bereiche aufteilen: Offroad, Allroad und Road. Offroad steht für E-Mountainbikes, Hardtails und Fullys, mit Federwegen von 100mm für leichtes und mittleres Gelände bis zu 200mm für Downhill Biker. Allroad umfasst Trekking-E-Bikes und E-Crossbikes für Touren auf Straßen und unbefestigten Wegen, während Road den Rennrad- und Urbanbereich sowie die S-Pedelecs der Marke abdeckt. In allen Bereichen hat der Kunde die Wahl zwischen der XDURO und SDURO Serie. Was sich dahinter verbirgt und worin die Unterschiede liegen, erklären wir euch jetzt.

XDURO – Kompromisslose Power

Das XDURO ist Haibikes E-Bike-Plattform der ersten Stunde und immer noch die bekanntere der beiden ePerformance Linien. Als wichtigstes Merkmal setzen die Schweinfurter bei der Modellreihe auf die Antriebssysteme von Bosch, in der Regel die Performance Line und jetzt ganz aktuell Performance Line CX. Dieser bringt eine Leistung von 250 Watt und gibt es in Ausführungen für Naben- und Kettenschaltung. Der Akku wird komplett in den Rahmen integriert, der Motor haust in einem speziellen Gehäuse, um ihn vor äußeren Einflüssen zu schützen. Für S-Pedelecs gibt es die Speed-Variante mit 350 Watt bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h.

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Bosch Performance Line Motor, Akku und Intuvia Display

XDURO spezifische Ausstattung

Bosch Performance Line CX Antrieb: Speziell für den sportlichen Einsatz entwickelt überzeugt der Bosch Motor beim Haibike XDURO mit einem konstant hohen maximalen Drehmoment von bis zu 75 Nm und dank Trail Control Funktion eine dynamische Leistungsregelung. Bei Kettenschaltungen liegt die Unterstützungsleistung je nach Modi zwischen 300% (max.) und 50%. Die Gear Change Control ermöglicht dabei besondere kettenschonende Gangwechsel.

Bosch Bordcomputer: Bei den Bordcomputern gibt es je nach Modell das Bosch Nyon, Intuvia und seit 2017 auch den neuen Purion. Das Nyon ist die Premium-Variante unter den Computern und Schaltzentrale, Navi, Fitnesstrainer und Mediagerät in einem. Das Intuvia beschränkt sich eher aufs Wesentliche und besticht durch ein übersichtliches Design, während das Purion wie der Name schon sagt für Puristen ist, die wirklich nur das nötigste auf dem Bildschirm haben wollen.

eLight Beleuchtung: Das innovative Lichtsystem, das sich an allen XDURO-Modellen nachrüsten lässt, verbindet optische Integration mit hoher Funktionalität und lässt dein Bike wie aus einem Guss wirken. Sowohl der Scheinwerfer als auch das Rücklicht liegen extrem eng am Rahmen an und passen somit nahtlos in das Designkonzept. Beide Leuchten sind StVO-konform und werden über den Bordcomputer bedient.

Einfach-Schaltung: Bei den XDURO-Modellen setzt Haibike ausschließlich auf nur ein Kettenblatt vorne. Der Einfach-Antrieb hat den Vorteil, dass er einfach zu bedienen ist und trotzdem eine hohe Übersetzungsbandbreite bietet. Außerdem bedeuten weniger bewegliche Teile auch einen geringeren Wartungsaufwand. Die Schaltsysteme liefert Shimano und SRAM.

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Bosch Nyon Bordcomputer

XDURO spezifische Technologien

UD-Carbonrahmen: Als einer der ersten Hersteller wagte sich Haibike auch am E-Bike an einen Carbonrahmen, allerdings nur für die XDURO-Serie. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Teile aus dem uni-direktionalen Carbon-Fasern gefertigt, die entsprechend der Belastung jedes einzelnen Teils speziell ausgerichtet werden, um für eine maximale Zugfestigkeit und Steifigkeit zu erzielen. Das Gewicht eines Fully-Rahmens kann so auf 2.790 Gramm, eines Hardtails auf sogar unter 2 Kilogramm gedrückt werden.

FullCarbon Interface: Um weiter Gewicht und auch Platz zu sparen wird beim FullCarbon Konzept der Motor direkt am Rahmen verschraubt, ohne zusätzliche Adapter.

Haibike Sprocket & Pulley Wheel: Fast alle XDURO Bikes besitzen ein speziell entwickeltes Kettenblatt, dass im Vergleich zu klassischen Varianten deutlich kleiner ausfällt. Dadurch dreht es sich um das 2,5-fache schneller als die Umdrehung der Tretkurbel, wodurch mehr Kraft übertragen werden kann. Um bei den vollgefedertern Modellen das Fahrwerk auf diese Maßnahme abzustimmen, wurde ein sogenanntes Pulley Wheel oberhalb des Tretlagers angebracht, sodass der Angriffspunkt der Kette direkt am Schwingendrehpunkt liegt (S.E.S. Technologie). Ein integrierter Kettenführungsring am Sprocket und ein Kettenschutz am Pulley Wheel sorgen außerdem dafür, dass die Kette praktisch nicht abgeworfen werden kann.

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S.E.S. Technologie mit Haibike Sprocket. Bild: Haibike



SDURO – Die jungen Wilden

Die jüngere Modellreihe SDURO soll vor allem E-Bike-Neulinge ansprechen, überzeugt aber mit den gleichen Eigenschaften wie der große Bruder. Ein starker, dynamischer Antrieb, sportliche Rahmen mit dynamischer Geometrie und ein auffälliges, cooles Design sind an der Tagesordnung. Statt auf Bosch setzt man auf Antriebe von Yamaha, die im Bereich der Motoren schon eine vorzeigbare Geschichte haben. Neben der Erfahrung von 36 Weltmeistertiteln im Motocross-Bereich waren die Asiaten auch die ersten, die sich 1995 als Serien-Hersteller für Pedelecs ausprobiert haben.

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SDURO Nduro 8.0 Modell 2017

SDURO spezifische Ausstattung

Yamaha PW-X: Der verbesserte PW-X Motor von Yamaha ist das Herzstück der SDURO-Modelle und besticht mit seiner kompakten Bauweise, dem geringen Gewicht und bis zu sagenhaften 80 Nm Drehmoment. Die Zero-Cadence-Technologie lässt den Motor bereits ab der ersten Kurbelumdrehung ins Geschehen eingreifen und sorgt so für maximale Effizienz. Eine zusätzliche Unterstützungsstufe gibt noch mehr Power bis in Kadanzbereiche von bis zu 120 Umdrehungen pro Minute. Der Akku ist ebenfalls ein Leichtgewicht und gibt es in 400 Wh- und 500 Wh-Ausführung.

Yamaha Bordcomputer/Integriertes Display: Die Multifunktions-Displays von Yamaha bieten eine aufgeräumte Benutzeroberfläche und lassen sich über eine kleine Fernsteuerung direkt am Griff bedienen. Der Computer lässt sich an verschiedenen Positionen am Lenker befestigen. An den Top-Modellen der SDURO-Serie kommt das Haibike Integrated Display zum Einsatz, bei dem ein Yamaha-Display direkt in den Vorbau integriert wurde. Unmittelbar im Blickfeld des Fahrers wird es so perfekt geschützt und sorgt für eine aufgeräumte Optik mit maximaler Sicherheit für Bike und Fahrer.

Zweifach-Antrieb: Nicht viele Hersteller bieten ein zweites Kettenblatt am Antrieb, einige SDURO-Modelle von Haibike dagegen schon. Der Fahrer profitiert von einer höheren Übersetzungsbandbreite und findet damit garantiert den perfekten Gang für jede Kadenz.

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Integriertes Yamaha Display am SDURO FullSeven 8.0 2017

XDURO vs. SDURO – Vorteile und Nachteile

Es gibt vier Hauptpunkte, in denen sich die XDURO Bikes von den SDURO Modellen unterscheiden: Antrieb, Reichweite, Ausstattung und Preis.

Beim Antrieb setzt XDURO wie oben beschrieben auf die Motoren und Akkus von Bosch, die in Sachen Geschwindigkeit dem Yamaha-Antrieb überlegen sind. Das höhere Drehmoment des Yamaha entfaltet sich vor allem bei niedrigen Drehzahlen und ist dem Bosch dort überlegen, auch dank der Zero-Cadence-Technologie, mit deren Hilfe man auch im hohen Gang problemlos anfahren kann doch wenn es in den mittleren Drehzahlbereich geht zieht der Performance Line CX von Bosch vorbei. Der Leistungsabfall beim Yamaha ist im Vergleich deutlich zu spüren, der Bosch spielt sein maximales Drehmoment im hohen Drehzahlbereich voll aus. Wenn es um die Geschwindigkeit geht, ist der Bosch-Antrieb also definitiv besser. Einziger Wermutstropfen ist die Lautstärke. Der Bosch Motor ist deutlich lauter als der von Yamaha, welcher im Vergleich fast flüsterleise unterwegs ist. Ein weiterer Pluspunkt bei Yamaha ist die Möglichkeit des Zweifach-Antriebs, den einige SDURO-Modelle bieten. Wer also eine größere Übersetzungsbandbreite sucht, ist mit der SDURO-Serie vielleicht besser beraten.

Yamaha PW X System 2017

SDURO-Antrieb Yamaha PW-X

Die Reichweite ist von mehreren Faktoren abhängig. Die SDURO-Modelle haben mit dem neuen Yamaha Motor mit 500 Wh Akku auf jeden Fall auf dem Papier mit den Bosch-Akkus der XDURO-Serie gleichgezogen, doch die Reichweite ist immer noch am stärksten von der gefahrenen Unterstützungsstufe abhängig. Da die kleinste Bosch-Stufe allerdings weniger Leistung zieht als das Gegenstück von Yamaha, lässt sich schlussfolgern, dass die Reichweite der XDURO-Bikes theoretisch höher ist, doch Tests zeigten, dass der Yamaha zum Teil höhere Reichweiten erzielte. Hier nehmen sich die beiden Akkus also nicht viel. Die 400 Wh Akkus von Yamaha bieten weniger Leistung und somit auch eine geringere Reichweite.

Die Ausstattung unterscheidet sich je nach Modellreihe und Ausführung zum Teil deutlich, ist aber in der Regel immer auf vergleichbarem Niveau. Genauere Einblicke zeigt unser Direktvergleich der SDURO und XDURO Bikes am Ende dieses Beitrags.

Neben dem Antrieb der größte Unterschied ist der Preis. Die SDURO-Modelle sind in den Einstiegsvarianten stets günstiger, während die Top-Modelle nicht die preislichen Lagen erreichen wie die XDURO-Serie. Das HardNine 4.0 2017 gibt es in der SDURO-Version z.B. für 2.199€, während die XDURO-Ausführung 2.599€ kostet. Auf der anderen Seite des Spektrums kommt das SDURO AllMtn 8.0 2017 auf 5.999€, die XDURO-Variante in der Spitzenausführung auf 6.499€. Es lässt sich also festhalten, dass die SDURO-Modelle in der Regel ca. 500€ - 1.000€ günstiger sind als vergleichbare XDURO-Varianten. Hier muss man allerdings noch anmerken, dass sich dies auch in der Ausstattung, sprich der Qualität der Komponenten, bemerkbar macht.

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SDURO AllMtn 8.0 2017

Auch bei der Auswahl gibt es Unterschiede. Allgemein gibt es mehr XDURO-Modelle, die auch in höhere Preisbereiche dank der exklusiv für die Serie entwickelten Carbonrahmen vorstoßen. Bei den E-Mountainbikes gibt es außerdem bei XDURO nur vollgefederte 27,5“ Plattformen, bei SDURO zusätzlich auch 29 Zoller. Bei der Vielfalt muss der SDURO-Liebhaber ebenfalls Abstriche machen. Urban E-Bikes und E-Rennräder gibt es aktuell nur in XDURO-Ausführung.

Was ist mit Nduro?

Ok, also XDURO und SDURO unterscheiden sich vor allem in verbauten Antriebssystem, aber was ist mit Nduro? Rein vom Namen her könnte man hier eine weitere Modellreihe erwarten, doch das ist nicht der Fall. Die Ndurdo Bikes gibt es sowohl in der XDURO als auch der SDURO Ausführung und stellen E-Mountainbikes für den Enduro-Einsatz dar – ein Downhill orientiertes Rennen, bei dem es auch bergauf geht. 180mm Federweg, robuste Alurahmen und eine sportliche Geometrie sind das Markenzeichen.

Haibike 2017er Bikes im Vergleich

Um den Ausstattungs- und Preisunterschied zu verdeutlichen, stellen wir einfach mal drei beliebte 2017er Modelle in der jeweiligen Ausführung gegenüber.

Trekking E-Bikes für Einsteiger: XDURO Trekking 3.0 vs. SDURO Trekking 4.0

xduro oder sduro vergleich trekking

Ausführung: XDURO | SDURO
Motor: Bosch | Yamaha
Akku: 500 Wh | 400 Wh
Rahmen: Aluminium mit GravityCasting | Aluminium mit GravityCasting
Federgabel: SR Suntour NCX (63mm) | SR Suntour NCX (63mm)
Schaltung: SRAM NX 11-Gang | Shimano Acera 9-Gang
Gewicht: 23,2 Kg | 23,2 Kg
Preis: 2.999€ | 2.299€

E-Mountainbike Fullys für Einsteiger: XDURO FullSeven 5.0 vs. SDURO FullNine 5.0

xduro oder sduro vergleich e fully

Ausführung: XDURO | SDURO
Motor: Bosch | Yamaha
Akku: 500 Wh | 400 Wh
Rahmen: Aluminium mit GravityCasting | Aluminium mit GravityCasting
Laufradgröße: 27,5“ | 29“
Federgabel: SR Suntour Aion (120mm) | SR Suntour XCR (100mm)
Dämpfer: SR Suntour Unair | SR Suntour SR15 Unair
Schaltung: SRAM NX 11-Gang | Shimano Deore 10-Gang
Gewicht: 22,1 Kg | 22,9 Kg
Preis: 3.799€ | 2.899€

E-Mountainbike Fully für Enduro-Profis: XDURO Nduro 9.0 vs. SDURO Nduro 8.0

xduro oder sduro vergleich nduro

Ausführung: XDURO | SDURO
Motor: Bosch | Yamaha
Akku: 500 Wh | 500 Wh
Rahmen: Aluminium mit GravityCasting | Aluminium mit GravityCasting
Laufradgröße: 27,5“ | 27,5“
Federgabel: Fox 36 Float Factory (180mm) | RockShox Lyrik RCT3 (180mm)
Dämpfer: Fox Float X2 Factory | RockShox SuperDeluxe RC3
Schaltung: SRAM EX1 8-Gang | SRAM X1 11-Gang
Gewicht: 22,5 Kg | 21,9 Kg
Preis: 6.999€ | 5.999€

Titelbild: Haibike