Faszination Cyclocross

Februar 18, 2015
Faszination Cyclocross

Für die meisten Radfahrer geht die Saison erst in ein paar Wochen los, für einige geht sie gerade zu Ende. Cyclocross-Athleten sind nämlich vornehmlich im Herbst und Winter unterwegs und machen auf ihren modifizierten Rennrädern vor allem Wälder und jede Art von unbefestigten Wegen unsicher. Was hinter dem anhaltenden Trend steckt, wie der Profisport aussieht und was bei der letzten Cyclocross-WM so alles abging, erfahrt ihr hier auf BikeExchange.

Cyclocross - Weg von der Straße

Der deutsche Begriff für Cyclocross - Querfeldeinrennen - beschreibt das Wesen der aufstrebenden Sportart eigentlich ganz genau. Ein Fahrer, sein Rad, und sein Weg quer durch das Gelände, egal ob über matschige Feldwege, verwurzelte Waldpfade oder steile Anstiege. Und das Ganze eben nicht mit einem vollgefederten Mountainbike oder einem robusten Crossbike mit ordentlich Federweg vorne (das kann ja jeder), sondern einem speziell für den Sport angepassten Rennrad, dem Cyclocross-Rad oder sogenanntem Cyclocrosser. Ähnlich wie MTBs sind die Fahrräder für den Einsatz im Gelände ausgelegt, ermöglichen aber durch ihre Rennrad-Geometrie auch auf Straßen hohe Geschwindigkeiten und sind somit auch über das ganze Jahr das perfekte Bike für jeden Untergrund. Die Hochsaison für Cyclocross-Athleten ist aber immer dann, wenn Kälte und Nässe die Athleten und Hobbysportler zu neuen Hochleistungen antreiben.

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Trek Cyclocross

Rennsport unter widrigsten Bedingungen

Der Cyclocross-Sport (CX-Sport) wird wie der Straßenrennsport von dem Weltradsportverband UCI (Union Cycliste Internationale) organisiert und weltweit in verschiedenen Disziplinen und Wettkämpfen ausgetragen. Querfeldeinrennen finden normalerweise auf einem relativ kurzen, zwischen ein und drei Kilometer langen Rundkurs auf unbefestigten Feld- und Waldwegen statt. Die Besonderheit des Kurses bzw. des Cyclocross-Sports an sich sind kurze, enorm steile Passagen und Hindernisse, die die Fahrer zum Absteigen und Tragen des Rades zwingen. Daher kommt auch das klassische Bild des Rennfahrers, der mit geschultertem Rad einen schlammigen Anstieg hinaufeilt.

Focus Mares Cyclocross

Die Dauer des Rennens ist abhängig von den Fahrerkategorien und beträgt in der Regel zwischen 20 und 60 Minuten. Die Anzahl der zu fahrenden Runden auf der Strecke richtet sich nach der aktuellen Zwischenzeit des Führenden und wird nach der zweiten Runde bekannt gegeben. Durch dieses Verfahren werden die äußeren Bedingungen mit berücksichtigt. Seinen Ursprung hat der CX-Sport Geschichten zufolge an der französischen Riviera (daher der frz. Begriff Cyclocross) um 1900, als Straßenrennfahrer zur Saisonvorbereitung auch mal über Stock und Stein fuhren, um ihre Kondition zu verbessern. Die ersten Meisterschaften wurden bereits 1912 in der Schweiz ausgetragen, die erste Cyclocross-WM folgte 1950 in Paris.

Das Cyclocross-Rad im Detail

Auf den ersten Blick unterscheidet sich ein Cyclocrosser nur wenig vom klassischen Rennrad. Es hat 28-Zoll-Laufräder, einen sportlichen Diamantrahmen und einen Rennlenker. Außerdem muss man das Cyclocrossrad vom Crossbike abgrenzen, welches sich wesentlich mehr am Mountainbike orientiert. Am auffälligsten sind die Bremsen und die Reifen. Die meistverbreiteten Bremsen im Radcross sind nämlich Cantileverbremsen, da Scheibenbremsen erst diese Saison von der UCI für den Sport freigegeben wurden. Die Cyclocross-Reifen haben ein griffiges Stollenprofil und bieten im Gelände die nötige Traktion. Bei inoffiziellen Rennen sind auch reine Rennräder oder Mountainbikes erlaubt, der Spaß und der Wettkampfgedanke stehen hier im Vordergrund.

Cyclocross-WM 2015 in Tabor

Die diesjährige Cyclocross-Weltmeisterschaft wurde von 31.1. bis 01.02 im tschechischen Tabor ausgetragen. In insgesamt vier Disziplinen wurden die aktuellen besten Cyclocross-Fahrer der Welt ermittelt. Den Sieg in der Kategorie Männer Junioren (U19) holte sich der Däne Simon Andreassen, bei den Frauen gewann die Französin Pauline Ferrand-Prevot und das U23-Rennen konnte der Belgier Michael Vanthourenthout für sich entscheiden. Den Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt der Cyclocross-WM machte das Männer Elite Rennen. Bei recht frostigen Verhältnissen war der Niederländer Mathieu van der Poel auf der technisch anspruchsvollen Strecke nicht zu schlagen und wurde mit seinen 20 Jahren der jüngste UCI Cyclocross-WM-Sieger aller Zeiten. Die deutschen Top-Fahrer Marcel Meisen und Philipp Walsleben lieferten mit Platz 8 und 9 ebenfalls starke Ergebnisse ab. Das größte Cyclocross-Event in Europa zog über die beiden Tage insgesamt 35.000 Zuschauer an und wurde von allen Fans frenetisch gefeiert. Alle Infos findet ihr auf der UCI Webseite.