MTB Fullys

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##Was du über das MTB Fully wissen musst

Vollgefederte Mountainbikes werden als Fully oder Fullsuspension Mountainbike bezeichnet. Neben der Federgabel haben sie auch eine Federung am Hinterbau, um den Rahmen bei Schlägen auf dem Hinterrad effektiver abdämpfen zu können. Die Rahmen bestehen wie bei anderen Mountainbikes vornehmlich aus Aluminium oder Carbon. Bikes aus Stahl oder Titan sind seltener und meist recht teuer, zeichnen sich aber durch eine extrem hohe Festigkeit und Steifigkeit aus. Vor allem die leichten Carbon-Rahmen helfen den Bikes, mehr und mehr an Gewicht zu verlieren, sodass sie mittlerweile nur noch zwischen 11 und 16 kg wiegen. Dadurch werden auch alltägliche Fahrten zur Arbeit und Touren durch leichtes Gelände mit den vollgefederten Mountainbikes komfortabel. Egal für welchen Einsatzzweck du ein MTB Fully suchst, wir haben in unserem großen Fahrrad-Online-Shop garantiert das richtige Angebot für dich parat. Nie war es einfacher, aus der unübersichtlichen Auswahl hunderter Hersteller das für dich geeignete Bike zu finden.

Die Lieblingsumgebung eines Fully MTB ist das schwere Gelände. Mit Federwegen von bis zu 200 mm am vorderen und hinteren Dämpfer sind selbst gröbste Schläge kein Problem. Das schont nicht nur Gelenke und Kraft bei einer ausgedehnten Abfahrt, sondern vermindert gleichzeitig die Belastung des Materials. Eine weitere Weiterentwicklung der letzten Jahre ist der Umstieg auf die 29 Zoll Laufradgröße, die ein noch stabileres Fahrverhalten ermöglicht. Die 29er Fullys sind noch laufruhiger und absorbieren Schläge noch gleichmäßiger, was vor allem in unwegsamem Terrain für mehr Bodenhaftung und damit höheren Speed sorgt.

Alle Fakten zum MTB Fully im Überblick

  • Stabiler Rahmen aus hochwertigen Materialien
  • Tiefer Schwerpunkt bei aufrechter Sitzposition
  • Federgabel und Dämpfer mit hohen Federwegen (in der Regel >120 mm)
  • Große, zugfeste Scheibenbremsen
  • Kettenschaltung mit bis zu 3 Kettenblättern

Ursprünglich wurden die vollgefederten Mountainbikes ausschließlich für den Einsatz bergab entwickelt, doch mittlerweile findet man sie in jeder Mountainbike-Disziplin. Egal ob steilste Abfahrten im Downhill, bergauf in bester All Mountain-Manier oder wendige Trails durch den Wald - die vormals steifen Boliden entwickeln sich zu wahren Alleskönnern im Off-Road-Bereich. Sogar in den Bereichen Cross-Country und Marathon, die Paradedisziplinen des Hardtails, findet man die Fully MTBs immer häufiger. Verbesserte Rahmengeometrie, leichteres Materialien und effizientere Komponenten machen es möglich. Bestes Beispiel sind die modernen Dämpfungssysteme, die eine individuelle Federwegsabstimmung zulassen. So kann je nach Untergrund und Steigung die Federung angepasst werden, sodass man schnell und einfach zwischen solider Bergauf-Performance und rasantem Abfahrtsspaß wechseln kann. Der High-End-Bereich bietet sogar elektronische Federsysteme, welche die Steigung automatisch erkennen und die Dämpfung entsprechend anpassen. Wer sich in dieser Kategorie ein Fully kaufen möchte, befindet sich allerdings dann schon im Preissegment eines neuen Kleinwagens.

Dämpfungssysteme in der Übersicht

Die vordere Federung bzw. Dämpfung ist beim Fully in der Gabel (Federgabel) untergebracht. Sie funktioniert entweder über Luft oder eine Stahlfeder, die sich ausdehnt, nachdem sie durch einen Widerstand auf dem Weg zusammengedrückt wurde. Dabei ist die Luftfederung sehr leicht und lässt sich mit dem richtigen Werkzeug exakt einstellen, sodass die Federung des Fully MTB auch an das Körpergewicht angepasst wird. Stahlfedern finden sich dagegen eher bei günstigeren Mountainbikes oder Downhill Bikes mit hohem Federweg. Die Vorteile sind ihre Langlebigkeit und Robustheit sowie ein feines Ansprechverhalten-

Die Federung beim Dämpfer wird je nach Hersteller und Technologie in verschiedenen Ausführungen umgesetzt. Das Ziel Nummer 1 dabei ist es, neben der Absorption von Stößen die Kraftübertragung zu optimieren, sodass keine überflüssige Pedalkraft vom Dämpfer geschluckt wird und der Antrieb sich neutral verhält. Die Krafteinflüsse von der Bremse und dem Tretlager müssen also von dem hinteren Dämpfer isoliert oder zumindest minimiert werden. Die verschiedenen Bauarten in der Übersicht:

  • Eingelenker: Hier wird der Hinterbau des MTB Fullys über ein Gelenk mit dem Hauptrahmen verbunden und rotiert beim Einfedern um ein zentrales Lager etwa in Höhe des mittleren Kettenblatts. Der große Vorteil dieses Systems ist ein äußerst sensibles Ansprechverhalten, jedoch muss man eine geringere Steifigkeit und fehlende Antriebsneutralität verkraften.

  • Mehrgelenker: Beim Mehrgelenker wird der Hinterbau an vier Lagerpunkten mit dem Hauptrahmen verbunden, die Funktionsweise ist aber ähnlich des Eingelenkers. Die Gelenke oberhalb der Kettenstrebe bringen zusätzliche Stabilität und dienen der Ansteuerung des Dämpfers. Die Vorteile für das Fully sind eine höhere Steifigkeit und Antriebsneutralität, das System ist allerdings relativ wartungsintensiv.

  • Viergelenker: Der Viergelenker sieht eigentlich aus wie der Mehrgelenker, bietet aber einen zusätzlichen Drehpunkt auf Höhe der Kettenstreben, sodass das Hinterrad bei einem Stoß geradlining nach oben Einfedern kann. Das zusätzliche Lager macht das System steifer und erhöht die Antriebsneutralität, gleichzeitig sind Fullys mit dieser Technologie recht teuer und brauchen hohen Wartungsaufwand.

  • Virtual Pivot Point: Das VPP-System setzt nicht auf ein Lager, sondern einen virtuellen Drehpunkt, um den der Hinterbau rotiert. Dies wird durch zwei Gelenke hinter der Tretlagerachse ermöglicht. Zwei weitere Gelenke steuern den Dämpfer an, sodass kein Pedalwippen und eine hohe Antriebsneutralität als Vorteile herausspringen. Die Einzelheiten im Video:

Typen des MTB Fully

Race-Fully / Cross-Country

Cross-Country ist die ursprüngliche Form des Mountainbiken und beschreibt das Biken auf natürlich geformten oder künstlich angelegten Trails. Bei offiziellen Rennen ist eigentlich alles erlaubt: Waldwege, Schotterpisten oder Wurzelteppiche, egal. Hindernisse auf dem Trail machen die Rennen noch spannender, egal ob natürlich bestehende Wurzelteppiche oder künstlich angelegte Rock Gardens. Da Cross-Country Strecken technisch immer anspruchsvoller werden, wird die früher von Hardtails dominierte Disziplin zunehmend von den MTB Fullys erobert, die mit mit 80mm-120mm Federweg vorne und hinten eine bessere Traktion und damit mehr Kontrolle auf schwierigen Passagen erlauben. Da die modernen Fullys außerdem immer antriebsneutraler beschleunigen, kann man egal ob bergab oder bergauf konstant Gas geben, ohne durch Pedalwippen Kraft und zeit zu verlieren. Ein leichter, effizienter Antriebsstrang ist trotzdem von Vorteil, weswegen sich in dieser Kategorie häufig die immer beliebteren Einfach-Antriebe finden lassen. Ein weiterer wichtiger Faktor für den Cross-Country-Riding Style ist der Lenkwinkel, der in der Regel steiler ist als beim Touren-Mountainbike, um schneller und aggressiver unterwegs zu sein.

Der Cross-Country-Weltcup wird jährlich von der UCI ausgetragen. Alle Infos dazu findet ihr auf der Webseite hier.

Trail-Fully

Das typische Trail-Fully ist mit einem höheren Federweg ausgestattet als das Cross-Country-Bike und findet die Balance aus hoher Treteffizienz bergauf und wendigem Fahrverhalten bergab. Trail Bikes können deswegen auch ohne Problem bei Cross-Country-Rennen an den Start gehen, wobei sie inder Regel aufgrund ihres höheren Gewichts einen klaren Geschwindigkeitsnachteil haben, den sie allerdings in anspruchsvollen Downhill-Passagen mit ihrem höheren Federweg und damit besseren Fahrkomfort wiedergutmachen können.

Der Federweg bei MTB Fullys für den Trail-Bereich liegt in der Regel zwischen 120mm und 140mm vorne und hinten. Einige Hersteller haben auch Trail-Hardtails im Programm, welche die fehlende Dämpfung hinten mit breiteren Reifen kompensieren, doch für ultimativen Spaß auf den Trail braucht es ein vollgefedertes Mountainbike. Als Laufradgröße wird bei den meisten Herstellern in dieser Kategorie auf die 27,5“ und 29“-Räder gesetzt, immer häufiger auch in Plus-Ausführung. Dies bedeutet, dass die Reifen bis zu3“ breit sind und damit mehr Traktion bringen. Allerdings ist ein angepasster Rahmen notwendig, der mehr Reifenfreiheit bietet und steifere Naben ermöglicht. Der Lenkwinkel ist im Vergleich zum Cross-Country flacher für ein stabileres Fahrverhalten bergab.

Enduro / All Mountain Bikes

Enduro ist der neue Trendsport im Mountainbike-Bereich und die Paradedisziplin des modernen MTB Fullys. Bei Wettbewerben werden die Abfahrten nach Zeit gestoppt werden, während für die Uphill-Abschnitte nur ein maximales Zeitlimit gilt, das man einhalten muss. Der Sieger eines Rennens ist der, der bei allen Downhill-Abschnitten die gesamt beste Zeit erzielen kann. Da auch bergauf gefahren werden muss, müssen die Fahrer neben einer hervorragenden Technik auch eine starke Kondition mitbringen, um bei den Rennen zu bestehen. Deswegen richten sich Enduro Bikes eher an erfahrene Biker, die mit anspruchsvollen Sprüngen, gefährlichen Drops und technischen Trails keine Probleme haben.

Enduro Fullys sind noch mehr auf den Downhill-Bereich fokussiert als Trail Bikes bieten aber dank fortschrittlicher Dämpfungssysteme und hoher Antriebsneutralität eine vernünftige Performance bergauf. Der Federweg liegt zwischen 140mm und 170mm und ist auch bitter Nötig, um die zum Teil extrem schwierigen und unwegsamen Strecken zu meistern. Ein weiteres Feature aktueller Fully MTBs im Enduro Bereich ist eine absenkbare Sattelstütze, die sich auf Knopfdruck absenken lässt, um mehr Bewegungsfreiheit und damit mehr Fahrkomfort bergab zu erreichen. Wenn es den Berg wieder hinauf geht, wird die Sattelstütze wieder ausgefahren. Der Lenkwinkel ist nochmal eine Spur flacher als beim Trailbike.

Das größte Enduro Event in Europ ist die Specialized-SRAM Enduro Series, Die Anmeldung ist für jeden Teilnehmer offen.

Downhill Fully / Gravity

Wenn es wirklich nur den Berg runter gehen soll und zwar mit Schmackes, ist ein Downhill Fully nötig. Hier geht es einzig und allein um den schnellstens und/oder coolsten Weg bergab, hoch kommen die Fahrer entweder über einen Lift oder gar zu Fuß. Wenn es nach unten geht, sind hohe Drops und Sprünge, Steingärten, Rampen und andere Hindernisse der Spaß eines jeden Downhillers.

Ein Fully MTB für den Downhill Sport wird nur auf die Abfahrt getrimmt und sollte einen Federweg von mindestens 170mm bis hin zu 210mm aufweisen. Ein längerer Radstand und breitere Reifen (bis 2,5“) sorgen für Stabilität und hohe Kontrolle auch im steilsten Gelände, während große, zugkräftige Scheibenbremsen das Bike schnell zum Stehen bringen. Viele Gänge braucht man beim Downhill nicht wirklich, weswegen sich die Gangzahl meist auf 7 mit Einfach-Kurbel beschränkt. Die Laufradgröße lag früher standardmäßig bei 26“ und wird heutzutage vermehrt durch die 27,5“-Zwischengröße abgelöst.

Das größte Downhill-Event der Welt ist Red Bull Rampage, bei dem jährlich die anspruchsvollsten und gefährlichsten Strecken der Welt bezwungen werden.

Fully oder Hardtail? Die Vorteile des Fully im Überblick:

  • Steiferer, widerstandsfähigerer Rahmen
  • Bessere Bodenhaftung und Geschwindigkeit in schwierigem Gelände
  • Mehr Komfort und Geschwindigkeit bei steilen Abfahrten
  • Dämpfung verzeiht eher Fahrfehler

Die Frage, ob es ein Hardtail oder ein Fully sein soll, muss sich jeder selbst stellen. Die Stärken des MTB Fully liegen aber klar auf der Hand. Wer sich hauptsächlich im Gelände aufhält, jeden Berg bezwingen will und dabei Bock auf hohe Sprünge hat, kommt nicht an den vollgefederten Mountainbikes vorbei. Die immer bessere Verarbeitung und Ausstattung der Offroad-Boliden erlaubt immer extremere Abfahrten und Streckenverläufe. Aktuell werden die Bikes vor allem von Enduro-Piloten immer wieder an ihre Belastbarkeitsgrenzen gebracht.

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