Trekkingrad Kaufberatung: Alles was du wissen musst

Januar 13, 2017
Trekkingrad Kaufberatung: Alles was du wissen musst

Der Trend zum Trekkingrad ist ungebrochen. Immer mehr Menschen erfreuen sich an der großen Auswahl, die der moderne Fahrradmarkt bietet, und kaufen Jahr für Jahr mehr Bikes. Denn so viel Innovation, so viel Individualität und Vielfalt, so viel ausgefeilte Technik gab es noch nie, vor allem nicht in den „Freizeitbereichen“ wie eben Trekking & Tour. Das Angebot wächst immens, und in gleichem Maße bei vielen auch die Unsicherheit, ob das was sie kaufen überhaupt ihr Geld wert ist. Wir zeigen euch, worauf man als Einsteiger beim Kauf achten muss und welche Fragen beantwortet werden müssen, damit das gewünschte Trekkingrad auch zu dir passt. Zusätzlich erhältst du in unserem Shop eine riesige Auswahl an günstigen Angeboten von über 400 Shops. Also auf geht’s!

Sportlich oder komfortabel?

Nicht jedes Trekkingrad ist gleich. Es gibt sportliche Typen die auf Kilometerjagd gehen wollen, komfortable Gleiter für entspannte Sonntagsausflüge und robuste Packesel, mit denen man tagelang unterwegs sein kann. Hier ist natürlich der eigene Anspruch gefragt. Einer der wichtigsten Faktoren zur Unterscheidung von Tourenrädern ist die Sitzposition. Ein höherer Vorbau, kürzere Oberrohrlänge sowie ein kürzerer Reach (Abstand von Tretlager bis zur Mitte des Steuerrohres am Vorbau) sorgen für eine aufrechtere Haltung auf dem Rad, und bieten dem Fahrer so mehr Komfort bei einer besseren Verkehrsübersicht. Der Sattel befindet sich weit deutlich unterhalb des Lenkers. Der Oberkörper ist komplett aufrecht oder minimal nach vorn gebeugt. Hände, Arme, Wirbelsäule und Nacken werden weniger belastet und der Schwerpunkt liegt auf dem Gesäß des Fahrers, welches die Hauptlast trägt. Deswegen ist hier die Wahl des richtigen Sattels entscheidend. Dieser muss breit genug sein und weder zu hart noch zu weich, damit keine unangenehme Reibung zwischen Haut und Knochen bei der Fahrt entsteht.

Wer komfortabler mit seinem Trekkingbike unterwegs ist, hat natürlich im Gegenzug mit einem höheren Luftwiderstand und einer geringeren Kraftübertragung zu kämpfen. Sportlichere Räder lassen dich deutlich kraftsparender und schneller fortbewegen, sodass du auf der Tour nur schwer einzuholen bist. Die Sitzposition ist moderat, d.h. der Sattel befindet sich ungefähr auf der gleichen Höhe wie der Lenker oder nur leicht darunter, sodass der beim Sitzen der Oberkörper deutlicher nach vorne geneigt ist. Ein Teil des Körpergewichts liegt jetzt auf dem Vorderrad. Die ausgewogenere Gewichtsverteilung auf beide Räder verbessert auch gleichzeitig Traktion, Handling und Stabilität, was sich vor allem bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar macht. Hände und Arme werden jetzt aber stärker belastet, und eine optimale Anpassung von Lenker- und Sattelhöhe ist unabdingbar. Sportlichere Trekkingbikes besitzen einen nach vorne ansteigendes Oberrohr und einen längeren Vorbau.

Wenn du nicht sicher bist, welche Haltung du bevorzugt bzw. welches Trekkingrad eher sportlich oder komfortabel ausgelegt ist, gibt es einen einfachen Tipp: Ausprobieren. Fahren sie mehrere Räder Probe und wählen sie eine abwechslungsreiche Strecke auf verschiedenen Untergrund-Typen um zu sehen, wie sich das Trekkingrad unter unterschiedlichen Bedingungen fahren lässt und ob die Sitzposition auf Dauer die richtige ist.

Kette oder Nabe?

Für viele Trekking-Fans ist es schon fast eine Glaubensfrage. Kette oder Nabe. Auch hier hilft es, wenn man sich bereits klar ist, welcher Typ Tourenfahrer man ist bzw. wie man unterwegs sein will. Sportliche Radler setzen eher auf die leichtere Kettenschaltung mit hoher Übersetzungsbrandbreite, mit denen sie auch steile Berge problemlos erklimmen können. Wer es lieber etwas ruhiger angehen lässt und auf Wartungsarmut und Beständigkeit wert legt, greift am besten zur Nabenschaltung. Die Schalttechnik wird hier eingekapselt, sodass Schmutz und Wasser keine Chance haben. Weniger Gänge (in der Regel 7 - 11), ein verlagerter Schwerpunkt nach hinten (die Nabe ist am hinteren Laufrad angebracht) und geringere Wirkungsgrad beim Schalten sind die Nachteile dieser Bauweise. Besonders beliebt sind hier die Alfine und Nexus-Schaltungen von Shimano sowie die Rohloff-Naben, die sich durch ihre lange Lebensdauer und gute Haltbarkeit einen Namen gemacht haben. Die Rohloff-Modelle mit Speedhub-Nabe haben 14-Gänge und werden über einen Dreh-Schaltgriff bedient.

Eine Kettenschaltung verlangt nach regelmäßiger Pflege und gelegentlicher Feinjustierung der Zugspannung und Kettenblätter, dankt es aber auch mit schnellen und präzisen Gangwechseln. Wer in den Bergen unterwegs ist, schnappt sich am besten ein Bike mit Dreifach-Kurbel und 10-fach Ritzelpaket am Hinterrad, sodass man auf dem Papier 30 Gänge zur Verfügung hat. Wer lieber im Flachland mit einem Trekkingrad seine Runden dreht und noch ein paar Gramm Gewicht sparen möchte, kann auch zu einer Zweifach- oder sogar einer Einfach-Kurbel greifen. Beliebt sind hier vor allem Shimano Mountainbike-Schaltwerke, da sie die notwendige Robustheit und Stabilität mit sich bringen. Je nach Preis bewegt man sich hier von Altus und Acera über Deore bis hin zu einer XT oder XTR. Teilweise werden auch Rennradgruppen wie die Ultegra bei Trekkingrädern verbaut. Auch im Einsatz: die SRAM DD Schaltung.

Mit dem Pinion-Antrieb gibt es mittlerweile noch eine dritte Option, die sich preislich aber vor allem in der Oberklasse der Tourenräder finden lässt. Das neuartige Getriebe eliminiert die Schwachstellen der Ketten- und Nabenschaltung und sorgt für blitzschnelles Schalten beliebig vieler Gänge. Ein abgedichtetes Gehäuse schützt vor Schmutz und Schäden, während die Verschraubung des Getriebes direkt im Schwerpunkt des Rads am Rahmen für eine deutlich bessere Gewichtsverteilung sorgt als bei der Nabe. Der relativ teure Antrieb wird häufig mit dem Gates Carbon Drive Riemenantrieb kombiniert, der mit hoher Wartungsarmut und extrem langer Lebensdauer ein ordentliches Gesamtpaket für Trekkingfans mit gehobenem Qualitätsanspruch schnürt.

Starr oder gefedert?

Es gab eine Zeit, da mussten sich Trekkingräder noch mit billiger Massenware vom Komponentenmarkt rumschlagen. Vor allem die Federgabel war teilweise nur eine schlechte Ausrede einer funktionierenden Dämpfung. Doch mittlerweile findet man an den Tourenbikes immer häufiger hochwertige Luftfedergabeln, die speziell auf den Trekkingeinsatz abgestimmt wurden. Braucht es aber überhaupt eine Federung oder reicht die Starrgabel?

Wer sein Bike nur auf befestigten Radwegen bewegt, kann darauf verzichten und spart sich die Extrakosten, das zusätzliche Gewicht und den Wartungsbedarf einer Federgabel. Meist reichen schon breitere Reifen, um auch ohne Dämpfung ein angenehmes, komfortables Fahrgefühl zu schaffen. Moderne Starrgabeln verfügen auch über eine gewisse Eigendämpfung, um größere Vibrationen von der Straße abzufangen. Kleiner Tipp: Schauen sie bei einer Starrgabel auf das Klemmmaß des Vorbaus. Ein dünnerer Lenker, z.B. mit 25,4 Millimeter Durchmesser, eignet sich hier besser.

Abseits der Straßen will man auf eine Federgabel eigentlich nicht verzichten. Hersteller wie Suntour und RST bieten Modelle mit Federwegen um die 50 mm an, die auch vollkommen ausreichen. In der Regel sind luftgefederte Modelle sensibler als Stahlfeder-Versionen und lassen sich noch besser an das Gewicht des Fahrers anpassen. Im Preissegment bis 1000€ findet man noch häufig Stahlfedern, die ihr Werk eher solide verrichten. Mehr Spaß macht es definitiv mit den Luftfedergabeln von RockShox und Suntour, die ab einem Preis von ca. 1.500€ der Standard sind. Im Gegensatz zur Starrgabel sollte der Lenker bei einer Federgabel mit einem Klemmmaß von 31,8 mm versehen sein, um die Steifigkeitsverluste der Gabel auszugleichen.

Trekkingbike für Damen oder Herren?

Ok, diese Frage ist eigentlich etwas überflüssig, doch in diesem Abschnitt wollen wir nochmal auf die Unterschiede zwischen Trekkingbikes für Damen und den für Herren eingehen. Dieser liegt hauptsächlich in der Rahmenform und der Rahmengröße. Während der Diamantrahmen sich eher an die Männer richtet (aber natürlich auch genauso für Frauen geeignet ist), gibt es mit dem Trapezrahmen eine abgewandelte Rahmenform, die ein vereinfachtes Auf- und Absteigen ermöglicht. Das Oberrohr wird abgesenkt und führt dann gerade oder leicht geschwungen in etwa zur Mittel des Sattelrohrs. Weitere „moderne Damenrahmen“ nennen sich Mixte, Anglaise und Berceau und nutzen zwei weitere zusätzliche Streben, die zum Hinterrad führen, sind aber am modernen Markt eher weniger gebräuchlich.

Meistens werden Trekkingräder sowohl mit Trapez als auch Diamant und teilweise auch mit Tiefeinsteigerrahmen angeboten, wobei die Trapez-Version häufig in weniger und kleineren Größen verfügbar ist. Außerdem besitzen die Rahmen in der Regel ein höheres Steuerohr und einen kürzeren Reach (Abstand Tretlager – Vorbau), was den Trekkingbikes für Damen eine etwas entspanntere und aufrechtere Sitzposition schafft als die Herren-Version mit Diamantrahmen.

Scheibenbremse oder V-Brake?

Bei der Bremsfrage ist die Antwort eigentlich klar. Wer es sich leisten kann, sollte zu Scheibenbremsen greifen. Kein Verschleiß an tragenden Teilen, starke Bremswirkung, gute Dosierbarkeit und Zuverlässigkeit bei jedem Wetter machen die Scheibenbremse zu einer mehr als lohnenswerten Investition. Der Vorteil der Felgenbremse V-Brake ist ihr geringes Gewicht und die solide Bremsleistung, für die man die Bremse allerdings auch regelmäßig warten und nachjustieren muss. Bei Nässe verliert sie drastisch an Kraft, sodass man bei solchen Bedingungen besser langsamer unterwegs ist.

Trekkingreifen: Dick oder Dünn?

Die neuen Ballonreifen werden im Trekkingbereich immer beliebter. Die dicken Reifen mit über 40 Millimetern teilweise sogar bis zu 50, sind aufgrund des höheren Luftvolumens komfortabler und stabiler zu fahren, wenn es mal ins Gelände geht, und dazu noch pannenresistenter. Mit dem passenden Luftdruck federn die speziellen Trekkingreifen zusätzlich und bringen noch mehr Fahrkomfort. Auf der anderen Seite stehen die etablierten Reifenmaße mit einer Breite zwischen 28 Millimetern und 37 mm, die auf Asphalt ihre Vorteile ausspielen. Die bessere Beschleunigung ist eine Folge des geringen Gewichts, und abbremsen lassen sich die dünnen Schlappen demzufolge auch leichter als die dicken Roller. Den Reifendruck sollte man stets im Auge haben, da sie bei zu wenig Luft schnell durchschlagen.

Kompakt: Rahmen, Gewicht und Laufräder

Beim Gewicht trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer unter die 14 Kilogramm-Marke kommen möchte, muss sich jenseits der 1000€-Marke umschauen. Ansonsten bekommt man 15-18-Kilo schwere Aluminium-Boliden, die eben etwas länger brauchen, um aus dem Quark zu kommen. Bei der Rahmenform gibt es wie bereits angesprochen die volle Auswahl. In der Regel bieten Hersteller ihre Modelle in den Formen Diamant, Trapez und Wave/Tiefeinsteiger an. Der Diamant-Rahmen für Herren ist dabei sicherlich der sportlichste, während die abgeflachte Trapezform bei Trekkingrädern sich vor allem an Damen richtet und der Tiefeinsteiger vor allem in der Stadt bei häufigen Auf-/Absteigen seine Vorteile ausspielt. Bei den Laufrädern sind noch die großen 28 Zoll Räder Standard, teilweise werden auch 26 Zoll-Felgen verwendet. Vorteil der großen Räder ist eine höhere Laufruhe und ein besseres Überrollverhalten sowie mehr Komfort.

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Mehr Power gefällig? Trekking E-Bike

Wer auf seinen Touren noch weiter kommen möchte und sich womöglich weniger abrackern und dafür mehr die Landschaft genießen möchte, sollte sich das stetig wachsende Sortiment an Trekking-E-Bikes anschauen. In der Regel werden Mittelmotoren eingesetzt, um die elektrifizierten Räder bis zu einer Geschwindigkeit von 25km/h zu unterstützen. Akkulaufzeit und Reichweite variieren stark nach Modell und Fahrweise, aber Reichweiten von über 100km sind locker drin. Eine große Vielfalt an E-Trekkingrädern findet ihr bei uns im Shop hier.