König der Langstrecke - Trek Domane SLR 2017

April 05, 2016
König der Langstrecke - Trek Domane SLR 2017

Mit dem Domane hat Trek im Jahr 2012 nicht einfach nur ein neues Langstrecken-Rennrad vorgestellt. Das innovative IsoSpeed Decoupler-System des Road Bikes war eine bahnbrechende Entwicklung für mehr Komfort und erlaubte mehr Flex in Sattelrohr und -stütze. Die IsoSpeed-Technologie kommt 2017 in die zweite Generation und wird jetzt zusätzlich auch in der Front des Domane eingesetzt – der wahrscheinlich letzte Schritt zum geschmeidigsten Rennrad unserer Zeit.

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Features & Highlights des neuen Trek Domane SLR 2017

  • Verbessertes IsoSpeed Konzept dank Twin Seat Tube Design
  • Justierbare Steifigkeit dank Spacer im Sitzrohr
  • IsoSpeed-System im Steuerrohr für ein ausbalancierteres Fahrgefühl, Vibrationsdämpfung und mehr Nachgiebigkeit
  • Rahmengewicht (unlackiert): 950 Gramm
  • Gabelgewicht: 330 Gramm
  • Neuer IsoCore Lenker mit integriertem Gummi-Layer
  • Reifenbreiten bis zu 28 mm (statt wie bisher 25 mm) möglich
  • Einfach zugängliches „Control Center“ für Di2-Batterie
  • Flat-Mount Bremssättel bei Scheibenbremsen, Direct Mount bei Felgenbremsen
  • Konisches Steuerrohr
  • BB90 Tretlager

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2017 Trek Domane SLR 8 9

Ausstattungsvarianten und Preise

Bestens ausgestattet mit Bontrager Komponenten und Schaltwerken von SRAM und Shimano findet sich das Domane preislich in der Oberklasse wieder, ist aber für die Ausstattung und Rahmenqualität keineswegs überteuert.

  • SLR 9 mit SRAM eTap für 9.499€
  • SLR 7 Disc mit Ultegra Di2 für 5.999€
  • SLR 7 für 5.499€
  • SLR 6 Disc mit Ultegra 6800 für 4.999€
  • SLR 6 für 4.499€

2017 Trek Domane SLR 6

Erster Fahrbericht

Viele haben das neue Trek Domane SLR erst bei der offiziellen Neuvorstellung in Belgien am Montag kurz testen können, doch unsere Kollegen von CyclingTips in Australien haben schon einige Tage vorher das 7er-Modell zugeschickt bekommen und konnten sowohl auf Asphalt als auch unbefestigten Straßen das neue Endurance-Road-Bike ausführlich Probe fahren. Ihr erster Eindruck? Mehr als positiv.

2017 Trek Domane SLR 7

2017 Trek Domane SLR 4

Das neue Domane nur als „smooth“ und komfortabel zu bezeichnen, wäre reichlich untertrieben. Was Trek mit der neuen Generation geschaffen hat, ist ein weiterer Schritt zum Heiligen Gral des ultimativen Komforts bei Profi-Rennrädern. Während vergleichbare Bikes nur darauf abzielen Vibrationen abzudämpfen, hat Trek mit seinem IsoSpeed-System ein echtes Ass im Ärmel, wenn es um die Nachgiebigkeit geht. Eigentlich ist das Domane das Rennrad-Äquivalent zum Fully, denn so entspannt ist man aktuell auf keinem anderen Rad unterwegs, egal ob Straße, Feldweg oder Pflastersteine. Beinahe gespenstisch ruhig gleitet das Domane SLR über den Boden, sodass man fast vergiss, auf welchem Untergrund man gerade unterwegs ist.

Mehr Komfort, gleiche Performance

Dazu kommt, dass der Fahrkomfort beim 2017er jetzt noch deutlich ausgewogener geworden ist; etwas, wovon das Domane 2016 nur träumen konnte. Zwar hat das IsoSpeed System vorne nicht annähernd das gleiche Level an Nachgiebigkeit und Flex wie das Pendant im Heck, aber das braucht es ja auch nicht. Es war dringend eine Balance zwischen vorne und hinten nötig, und die hat Trek mit dem Domane SLR 2017 gefunden. Risse im Straßenbelag sieht man zwar, fühlt man aber nicht und Schläge auf das Vorderrad werden eher teilnahmslos mit einem fernen „Bums“ durch den Oberkörper zur Kenntnis genommen.

2017 Trek Domane SLR 3

Die Justierbarkeit des hinteren IsoSpeed Systems greift ebenfalls spürbar. In der softesten Einstellung pflügt das Domane ohne große Probleme über staubige Feldwege und verwitterte Straßen, und in der „härtesten“ (nicht ohne Grund in Anführungszeichen) fühlt es sich an wie ein normales High-End-Rennrad für die Langstrecke. Wer sich aber für ein Domane entscheidet, will ja schließlich auch das Extra an Komfort, weswegen wir vermuten, dass die meisten Fahrer eher zu den softeren Einstellungen tendieren. Fabian Cancellara fährt beispielsweise in der zweit-weichsten Stufe. Noch besser als der zusätzliche Komfort ist der Fakt, dass man deswegen keine Abstriche bei der Performance auf glatten Oberflächen machen muss. Der hohe Fahrkomfort wird durch mechanische Finessen erreicht, sodass man nicht auf Material-basierte Lösungen in den Rohren zurückgreifen musste, um das Bike nachgiebiger und damit komfortabler zu machen. Dadurch ist der Rahmen nicht nur angenehm leicht sondern auch extrem steif und widerstandsfähig, wenn es mal im Sprint aus dem Sattel geht.

Entspannte Geometrie

In Sachen Geometrie hat sich Trek für das SLR sich an den Daten des Ur-Domane orientiert. Im Vergleich zu den agileren Bikes Madone und Emonda ist das Domane klar länger und tiefer und irgendwie nicht ganz so sportlich-aggressiv, mit dem Tretlager ganze 10 mm näher am Boden als bei den Geschwister-Modellen. Das Vorderrad ist außerdem über einen Zentimeter weiter hinten als bei einem üblichen Rennrad, der Radstand ganze 3-4 cm länger und der Vorbau 4-5 cm höher.

"Man hat teilweise das Gefühl, eher „in dem Rad“ anstatt „auf dem Rad“ zu sitzen."

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Das Resultat: Das Domane ist steif und laufruhig, aber beim Handling nicht so direkt wie das agilere Madone. Bei engen Kurven muss man sich schon bestimmt in die Kurvenrichtung lehnen, um eine saubere Linie zu fahren. Auch die Geometrie wird mit seiner äußerst entspannten Sitzposition nicht jedem Racer zusagen. Doch auf der anderen Seite ist das Domane auch nicht dafür gebaut worden, um das nächste Criterium zu gewinnen. Das Domane soll die Langstrecke erobern, schier endlose Straßen regelrecht auffressen und dabei stets ausreichend Komfort und Fahrspaß vermitteln. Es ist nicht umsonst das meistverkaufte Rennrad im Hause Trek – und mit dem 2017er Domane SLR sollte sich das auch im neuen Jahr nicht ändern.

Bonus: Bilder vom Domane SLR 2017 von Fabian Cancellara

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