Angetestet: Rocky Mountain Pipeline 2017

Mai 03, 2016
Angetestet: Rocky Mountain Pipeline 2017

Es war das perfekte Pre-Riva Event für uns: Im schönen Sexten haben die MTB-Spezialisten von Rocky Mountain zum frohen Testen eingeladen. Das Objekt der Begierde: Das neue Plus-Sized Trailbike Pipeline 2017, das in der nächsten Saison an den Start gehen soll. Entwickelt für die anspruchsvollen North-Shore Trails im kanadischen British Columbia soll das Rocky Mountain Pipeline vor allem auf aggressiven, technisch herausfordernden Strecken punkten und sein Potential ausspielen. Wir haben das neue Geschoss so gut es ging in den Südtiroler Dolomiten auf die Probe gestellt. Und waren begeistert.

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Aggressiver auf dem Trail dank Plus-Size

Plus-Size ist für Rocky Mountain kein Fremdwort. Die kanadische Bike-Schmiede ist mit dem Sherpa bereits im letzten Jahr auf den 27,5+ Zug aufgesprungen, jetzt soll es aber verstärkt in Richtung Fahrspaß-Optimierung gehen. Denn das neue Mountainbike Pipeline macht keinen Hehl daraus, dass es auf dem Trail hart rangenommen werden möchte. Mit einer Kombination aus Carbon-Hauptrahmen und Alu-Hinterbau setzt das Plus-Bike auf 150 mm Federweg in der Front und 130 mm hinten, die Reifen können bis zu 3,25 Zoll breit sein und sollen mit ihrer großen Auflagefläche gepaart mit niedrigerem Reifendruck für optimale Traktion und mehr Grip sorgen. Von Haus aus sind 2,8 Zoll Maxxis Reckon Reifen drauf. Außerdem übernimmt der Neuling das etablierte Ride-9-System seiner MTB-Kollegen, mit der sich die Geometrie an den Fahrer anpassen lässt.

Rocky Mountain Bikes auf BikeExchange

Features des Rocky Mountain Pipeline in der Übersicht

  • 150 mm / 130 mm Federweg
  • Carbon-Rahmen mit Alu-Hinterbau
  • Reifenbreite bis zu 27,5x3,25
  • Speziell für 1x-Antrieb entwickelt
  • Leichte Schraubenachsen mit bis zu 50 Gramm Gewichtsersparnis
  • BC2 Gleitlager mit Schmiernippeln für leichte Wartung
  • absenkbare Stealth Sattelstütze
  • innenverlegte Züge
  • Boost Achsenstandard, PressFit BB92 Tretlager

Die Rahmengeometrie orientiert sich am Instinct, dessen BC-Edition von Rocky Mountain auch mit dem Label „Aggressive Trail“ versehen wurde. Allerdings ist die Kinematik des Pipeline gezielt auf Einfach-Antriebe ausgelegt und wird auch nur mit solchen ausgeliefert. Für anspruchsvolles Gelände bei gemäßigtem Tempo sollte das auch die richtige Wahl sein. Um den breiteren Reifen Platz zu machen, setzt Rocky Mountain auf den Boost Standard und hat auch den Gabelversatz optimiert. Zusammen mit der neutralen Tretlagerhöhe und einem bis zu 67,2 Grad flachen Lenkwinkel ergibt das ein intuitives Fahrverhalten mit optimaler Kontrolle auf dem Trail. Wer nachbessern will, kann dank Ride-9 insgesamt neun Einstellungsmöglichkeiten ausprobieren.

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Die Bikes: Pipeline 770 MSL und Pipeline 750 MSL

Zwei Ausstattungsvarianten wird es vorerst nur für die 2017er Modelle geben. Der preisliche Unterschied vom Pipeline 750 MSL zum 770 MSL ist hauptsächlich auf das Fox Fahrwerk und die komplette XT-Schaltgruppe zurückzuführen. Außerdem legt das 770er bei den Race Face Komponenten noch eine Schippe an Qualität drauf. Der Preis des Top-Modells liegt bei 5.600€.

Rocky Mountain Pipeline 770 MSL

Rocky Mountain Pipeline 770 MSL

  • Fox Float DPS Factory 130mm
  • Fox Factory 34 Float Boost 150mm
  • Race Face Turbine 28T Kurbel
  • Shimano XT Direct Mount

Rocky Mountain Pipeline 750 MSL

Rocky Mountain Pipeline 750 MSL

  • RockShox Monarch RT Debonair 130mm
  • RockShox Yari RC 150mm
  • Race Face Aeffect SL Cinch 28T Kurbel
  • Shimano XT Direct Mount

Erste Testrunde mit dem Rocky Mountain Pipeline

Auch wenn die Dolomiten nicht dasselbe vertrackte Gelände wie der heimische North Shore bieten, so musste das Pipeline aufgrund der widrigen Wetterbedingungen gleich zeigen, was es in Sachen Traktion draufhat. In Sexten schneite es wie wild und dementsprechend nass und unwegsam waren die Trails. Doch das Pipeline pflügte vergnüglich durch den Schnee und ließ sich sowohl im Uphill als auch den Berg runter nichts anmerken. Die Plus-Reifen versprühten selbst auf der miesen von Kombination Nässe + Wurzeln (+ Schnee) maximale Sicherheit und bewegten das aggressiv abgestimmte Bike unbeeindruckt über die Piste. Die Kletterfreude machte auch vor rutschigem Gestein nicht Halt und wir waren teilweise echt überrascht, dass wir einige Passagen so souverän hinter uns gelassen haben.

rocky mountain pipeline im schnee 2

Bergab zeigte das Rocky Mountain Pipeline Nehmerqualitäten und brachte die 130mm im Heck ans Limit. Selbst Geröllpassagen und dicke Wurzelknollen waren kein Problem und wurden einfach weggeschluckt. Die Abstimmung von 150mm vorn und 130mm hinten passt perfekt und sorgt für ein stimmiges und souveränes Fahrgefühl. Der Vortrieb auf dem Trail war exzellent – die Bandbreite des Einfach-Antriebs war vollkommen ausreichend und der Fox-Dämpfer machte in den Modi Medium und Firm spürbar dicht, sodass kaum Kraft in den Pedalen verloren ging.

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rocky mountain pipeline durch den schnee1

rocky mountain pipeline durch den schnee2

rocky mountain pipeline im schnee 1


© Bilder: Rocky Mountain, BikeExchange