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Rennrad-Schaltungen: Alles was du wissen musst 

Januar 17, 2017
Rennrad-Schaltungen: Alles was du wissen musst

Vorab eine kurze Einführung: Für all diejenigen, die mit dem Begriff Rennrad-Gruppe noch nichts anfangen können – eine Gruppe besteht aus den Bremsen und den Antrieb, der wiederum aus Kurbel, Kettenblättern, Kette, Kassette, Schaltwerk- und Umwerfer sowie Schalthebeln besteht. Sie stellt also ein abgeschlossenes System dar, welches das Fahrrad nach vorne bewegt und auch dank der Bremsen wieder zum Stehen bringt.

Wenn es an die Auswahl der passenden Gruppe bzw. Rennrad-Schaltung geht, gilt das grundsätzliche Prinzip je mehr du investiert, desto bessere Qualität bekommst du. Schaltgruppen in höheren Preisklassen sind effizienter, langlebiger und ermöglichen einen leichtgängigeren Schaltvorgang, alles bei einem geringeren Gewicht. Einsteigermodelle werden nämlich häufig aus Aluminium minderer Qualität gefertigt, was zwar eine solide Funktionalität ermöglicht, aber darüber hinaus eben nicht mit teureren Gruppen mithalten kann. Hier findet man erst hochwertigere Aluminiumlegierungen, bis man bei den Top-Varianten aus federleichtem Carbon und Titan ankommt.

In diesem Blog-Beitrag klären wir die Grundlagen von Rennrad-Gruppen, erläutern die Unterschiede mechanischer und elektronischer Schaltungen, schauen uns die Features der beliebtesten Hersteller an und zeigen Unterschiede sowie die Hierarchie der einzelnen Modelle auf. So kannst du leichter entscheiden, welche Gruppe an deinem (neuen) Rennrad ihren Platz finden soll.

> Mehr lesen: Rennrad Kaufberatung: Alles was du wissen musst

Der Unterschied zwischen mechanischen und elektrischen Gruppen

Die Komponentenhersteller haben alle eine breite Auswahl an Schaltgruppen im Angebot, sowohl mechanische als auch elektrische. Die drei großen im Rennradgeschäft, Shimano, SRAM und Campagnolo, haben jeweils eine eigene Technologie, mit der sie das elektronische Schalten ermöglichen. EPS von Campagnolo steht für „Eletrconic Power Shift“, Shimano hat mit Di2 die „Digital Integrated Intelligence“ und SRAM nutzt eTap, was „electronic tap“ heißen soll. Während Campagnolo und Shimano noch auf Kabel setzen, um Schaltvorgänge mit einem Signal über die Hebel einzuleiten, hat SRAM mit dem eTap-System 2015 eine Weltneuheit vorgestellt, die komplett kabellos funktioniert. Mithilfe eines eigenen Protokolls läuft die Kommunikation der einzelnen Komponenten in etwa so ab wie mit ANT + oder Bluetooth.

Die Vorteile der elektrischen Schaltung liegen in einem präziserem Schaltvorgang, einer leichteren Bedienung der Schalthebel, hoher Benutzerfreundlichkeit, einer höheren Geschwindigkeit sowie hoher Funktionalität, z.B. durch programmierbaren Schaltungen sowie dem Download von Schaltvorgängen zur Auswertung des Schaltverhaltens. Die Nachteile im Vergleich zur mechanischen Variante liegen in der Notwendigkeit eines geladenen Akkus, ein höherer Anschaffungspreis und einem höheren Gewicht.

Mechanische Schaltungen arbeiten mit Kabeln, welche die Schalthebel mit dem Schaltwerk und dem Umwerfer verbinden und am Rahmen entlang oder hindurch laufen. Indem man über die Hebel die Spannung der Kabelzüge verändert, wird der Schaltvorgang ausgelöst. Die Vorteile dieser gängigen Variante liegen im immer noch leichterem Gewicht (auch weil kein Akku oder zusätzliche Kabelkästen verbaut werden müssen), verlangt aber für höchste Schaltpräzision und -genauigkeit top-gepflegte Kabel.

Einfach-, Zweifach- oder Dreifach-Kurbel?

Kurbeloptionen  BikeExchange 2016 1

Traditionell wird bei Rennrädern auf die Zweifach- oder Dreifach-Kurbel gesetzt. Die Kurbel besteht dabei aus zwei Kurbelarmen die auf einer Tretlagerwelle liegen und ist in der Regel zwischen 160mm und 175mm lang. Die Zweifach-Kurbel hält zwei, die Dreifach-Kurbel drei Kettenblätter. Aus dem MTB-Sport kann in den letzten Jahren auch die Einfach-Kurbel in den Rennrad-Bereich und wird hauptsächlich bei Cyclocross-Rädern eingesetzt. Eine Einfach-Kurbel minimiert natürlich die Fehleranfälligkeit der Kurbel, da kein Umwerfer nötig ist. Die meisten Rennräder nutzen allerdings eine Zweifach-Kurbel, die Dreifach-Kurbel findet man hauptsächlich bei Einsteiger- und Freizeit-Rädern.

Zweifach-Kurbeln lassen sich in Compact-Kurbeln, Mid-Compact (oder Pro-Compact)-Kurbeln und Standard-Kurbeln einteilen. Letztere hat beim großen Kettenblatt 53 Zähne und beim kleinen 39 Zähne und wird häufig von den Profis eingesetzt. Die Compact-Variante setzt auf 50 Zähne beim großen Kettenblatt und 34 beim kleinen, was für angenehmere Übersetzungen vor allem bei Anstiegen sorgt. Die neueste Option Mid-Compact liegt dazwischen mit 52 Zähnen / 36 Zähnen. Für Freizeiträder, Fitnessbikes und Cyclocrosser wird häufig eine Zweifach-Kurbel mit 46/36 Zähnen verwendet. Eine Dreifach-Kurbel hat meistens ein großes Kettenblatt mit 50, dann eines mit 39 und das kleinste mit 30 Zähnen.

Die Kettenblätter vorne sind die Grundlage für die Übersetzungsbandbreite, die dann von der Kassette hinten komplettiert wird. Die Kassette besteht aus mehreren Ritzeln, aktuell meist 11, was bei einer Zweifach-Kurbel 22 Gänge ergibt. Einsteiger-Gruppen nutzen auch 8-10-fach Kassetten. Die Gangzahl ist auch für die Kompatibilität entscheidend – man kann beispielsweise nicht einfach eine Kette einer 11-fach Schaltung mit einer Kette einer 8-fach-Schaltung ersetzen. Am besten bleibt man der Gruppe treu und mischt die Antriebskomponenten nicht, um die maximale Performance zu erhalten.

kassette bestandteile BikeExchange

Die Ritzel einer 11er Kassette sind dünner, damit die Extra-Anzahl an Gängen auch passt, und sorgt gleichzeitig für leichtgängigeres Schalten. Die am weitesten verbreiteten Übersetzungen bei Rennrad-Kassetten liegen bei 11-25 und 11-28, wobei das kleinste Ritzel 11 Zähne und das größte entweder 25 oder 28 Zähne hat. Die Ritzel dazwischen sorgen dafür, den Schaltvorgang vom größten zum kleinsten bzw. umgekehrt so komfortabel und reibungslos wie möglich zu machen. Je größer der Unterschied zwischen größtem und kleinsten Ritzel, desto mehr muss sich die Kette bewegen, und desto weniger konstant ist die Kadenz des Fahrers beim Schaltvorgang.

Ein Rennrad mit kleineren Kettenblättern und einer großen Kassette sorgt für eine höhere Bandbreite bei den Gängen und leichtgängigere Übersetzungen, während große Kettenblätter und kleinere Kassetten für hohe Geschwindigkeiten und weniger Gänge sorgen.

Der richtige Kurbelradius

Der Kurbelradius oder die Kurbellänge richtet sich nach der Rahmengröße des Rennrads und der Größe des Fahrers. Die meisten Schaltgruppen haben einen Kurbelradius zwischen 165mm und 180mm, häufig entweder 170mm oder 175mm. Es gibt viele Diskussionen über „den richtigen“ Kurbelradius und ein Universalrezept gibt es nicht, aber die wichtigsten Faktoren bei der Wahl sollten Komfort und Effizienz sein. Wenn du Probleme mit deinen Knien, der Hüfte oder dem Rücken bekommst, solltest du nicht nur auf die üblichen Abmessungen wie Rahmenhöhe und Sitzhöhe schauen, sondern auch auf den Kurbelradius.

kurbelradius  BikeExchange 2016 1

Langer Kurbelradius

Der Vorteil von einem längeren Kurbelradius ist ein höheres Drehmoment durch den größeren Hebel, benötigt aber auch entsprechend mehr Kraft. Je länger die Kurbel, desto schwieriger ist es, eine effiziente Tretfrequenz zu halten. Außerdem wird ein längerer Weg zurückgelegt und das Bein gerader beim Treten. Die Bodenfreiheit ist natürlich geringer, worauf man in Kurven achten sollte.

Kurzer Kurbelradius

Ein kurzer Kurbelradius benötigt weniger Energie, um die Kurbel zu bewegen, hat aber entsprechend auch einen geringeren Hebel und somit weniger Drehmoment. Ein Anzeigen für einen zu kurzen Kurbelradius wäre, wenn du in der Ebene Schwierigkeiten hast, genug Vortrieb zu schaffen, aber am Berg keine Probleme bekommst. Kurze Radien benötigen außerdem weniger Flexibilität da der Bewegungsumfang reduziert ist. Dies kann aber wiederum auch ein Vorteil für den Fahrer sein, da er eine aggressivere Haltung einnehmen kann, ohne Power zu verlieren.



Rennrad-Gruppen in der Übersicht

In dieser Tabelle zeigen wir euch, welche Schaltgruppe am besten für dich und deine Ansprüche geeignet ist und wie die Hierarchien der Modelle der einzelnen Marken aussehen.

schaltgruppen in der uebersicht

Shimano Schaltgruppen

Der unumstrittene Marktführer im Bereich der Rennrad-Gruppen ist Shimano. Die japanische Komponentenschmiede hat das größte Sortiment und wird auch von den meisten Profi-Teams der WorldTour eingesetzt. Mit der Entwicklung der STI-Schalthebel revolutionierte Shimano Anfang der 90er Jahre die Rennrad-Schaltung mit der kompakten Kombination aus Bremshebel und Schalthebel, sodass man mit nur einer Hand sowohl Schalten als auch Bremsen konnte, was bis dato mit der gängigen Unterrohrschaltung nicht möglich war.

Neben der Innovationsfreude ist auch die Kompatibilität der einzelnen Gruppen untereinander ein Aushängeschild von Shimano. Die meisten Schaltgruppen können untereinander kombiniert werden, solang sie über die gleiche Ganganzahl verfügen.

Shimano Gruppen BikeExchange

Es folgt eine Übersicht der Shimano Rennrad Schaltungen inkl. Beschreibung und Einsatzbereich.

Claris

Die Shimano Claris ist die Einsteiger-Gruppe des Herstellers und eignet sich vor allem für Freizeitfahrer und Fitnessbikes. Zu der 8-fachen Kassette hinten gesellt sich entweder eine Zweier- oder Dreier-Kurbel, was je nach Ausführung 16 bzw. 24 Gänge ergibt, was für diesen Einsatzzweck mehr als ausreicht. Die Zweifach-Kurbel ist dabei in einer sogenannten Compact-Version erhältlich, die einen kleineren Lochkreis als reguläre Kurbeln haben und somit über mehr Zähne und damit eine höhere Übersetzungsbandbreite verfügen. So wird mit der Compact Kurbel die Bergtauglichkeit deutlich verbessert, auch wenn ein bis zwei große Gänge fehlen und der Übersetzungssprung zwischen zwei Gängen etwas größer und damit unkomfortabler wird. Um den Neulingen den Einstieg zu erleichtern bietet die Claris Schalthebel mit Ganganzeige und mit RapidFire Plus optimierte Hebel für Flat Bar Rennräder.

Sora

Die Sora ist in Sachen Funktion und Qualität vergleichbar mit der Claris, kann aber mit seiner 9-fach Kassette einen Extra-Gang verbuchen. Optisch fällt die Sora mit vier Kettenblattarmen auf vergleichen mit den fünf der Claris.

Tiagra

Mit der Shimano Tiagra sind wir im echten Rennrad-Geschäft unterwegs. Die Schaltung mit 10-fach Kassette ist dank seiner verbesserten Performance und Widerstandsfähigkeit an vielen Rennrädern und sogenannten All-Road-Bikes zu finden, wobei letztere auch im Offroad-Bereich eingesetzt werden können. Ebenfalls erhältlich mit Zweifach- oder Dreifach-Kurbel gibt es eine weitere Zweifach-Option mit der Mid-Compact-Kurbel, welche das Beste aus den zwei Welten Compact und Standard-Kurbel vereint.

105

Die Shimano 105 ist für viele die erste wirklich brauchbare Rennrad Schaltung, wenn es an die Wettbewerbsfähigkeit geht. Sie ist höchstsolide, zuverlässig und hat zahlreiche innovative Features von teureren Gruppen wie der Ultegra und der Dura-Ace geerbt. Mit einer 11-fach Kassette teilt sich die 105 die gleiche Gangzahl wie die gerade genannten Top-Modelle, sodass man hier bedenkenlos upgraden kann, wenn es denn Zeit wird. Bei den Kurbeln gibt es drei Optionen, zwei Zweifach- und eine Dreifachkurbel, darunter eine Mid-Compact, eine Compact und eine Standardkurbel.

Ultegra

Die Ultegra ist für ambitionierte Hobbysportler und in der Funktionalität identisch mit dem Top-Model Dura-Ace. Nur beim Material muss man Abstriche machen, was auch zu einem höheren Gewicht führt. Deswegen werden Teile dieser Schaltgruppe auch von den Profis in der Off-Season eingesetzt, um Kosten zu sparen. Die Ultegra gibt es nur mit Zweifach-Kurbel, dafür aber mit vielen unterschiedlichen Kettenblattkombinationen: 53/39, 50/34, 52/36 und 46/36. Der Schaltkäfig am hinteren Schaltwerk ist länger, um auch das große 32er Ritzel in die Kassette aufnehmen zu können.

Ultegra Di2

Die elektrische Schaltung der Ultegra trägt Shimano-typisch Di2 am Ende und nutzt statt der Spannung der Kabel motorgestützte Signale zum Gangwechsel. Die Ultegra Di2 ist ca. 80 Gramm schwerer als die mechanische Version und hat dank der Satellite Shifter den Vorteil, dass die Schalthebel an zwei Positionen am Bike untergebracht werden können, zum Beispiel innen am Lenker für Sprints und oben am Lenker für Anstiege.

Dura-Ace

Die Dura-Ace Schaltung ist die Referenzklasse von Shimano. Ein Materialmix aus Carbon, Titan und hochwertigem Aluminium sorgt für höchste Zuverlässigkeit, die präzise Fertigung nach höchsten Standards für ein unvergleichliches Schaltgefühl. Bei der Tour de France 2015 nutzten stolze 17 Teams die Dura-Ace, was den Status der Gruppe im Vergleich mit anderen Top-Marken untermauert. Die Schalthebel der Dura-Ace haben einen kürzeren Weg und ein ergonomischeres Design für noch mehr Komfort. Wie die Ultegra ist der Schaltkäfig hinten verlängert, was bei der 2017 neu vorgestellten Dura-Ace ein 30er Ritzel ermöglicht, statt des 28er in der alten Version.

Dura-Ace Di2

Die neueste Dura-Ace Generation hat auch einige Updates für die Di2-Variante parat. Highlight ist definitiv die kabellose Kommunikation wie bei der SRAM eTap via ANT+ und Bluetooth. Zusätzlich soll es in naher Zukunft auch eine spezielle E-Tube Project App von Shimano geben, welche dann eine Individualisierung der Schalteinstellungen, -geschwindigkeit sowie Tastenbelegung ermöglicht. Die neue Syncro Shifting Technologie ist ein weiteres neues Feature und übernimmt auf Wunsch automatisch das Schalten am vorderen Kettenblatt, wenn der Fahrer seinen hinteren Gang ändert.

Campagnolo Schaltgruppen

Campagnolo ist die älteste noch produzierende Firma, die sich auf Rennrad-Gruppen spezialisiert hat. Seit über 80 Jahren fertigen die Italiener innovative Produkte für die Profis und haben deswegen ein hohes Ansehen im Profi-Sport, auch in romantischer Hinsicht. Campagnolo steht seit jeher für Tradition und leidenschaftliche High-End-Produkte.

Der Hersteller aus Vicenza hat fünf Rennrad-Gruppen im Angebot und steigt bei einem deutlich höheren Preispunkt ein als die Konkurrenz. Deswegen findet man auch in der Regel keine Campagnolo-Schaltungen an günstigeren Einsteiger-Rennrädern. Eine Besonderheit bei den Italienern ist die Ergonomie der Schalthebel: Ein einzelner Hebel hinter dem Bremshebel erlaubt das Runterschalten, während ein kleiner Hebel auf Daumenhöhe hochschaltet. So ist es quasi unmöglich, sich zu verschalten.

Campagnolo Gruppen BikeExchange  2016 1

Es folgt eine Übersicht der Campagnolo Rennrad Schaltungen inkl. Beschreibung und Einsatzbereich.

Veloce

Die Einsteiger-Gruppe von Campagnolo heißt Veloce und ist ungefähr auf einem Level mit der Shimano Tiagra/105 und der SRAM Rival. Also nichts mit Freizeitbikes oder Fitnessbikes – bei Campagnolo steigt man gleich im Performance-Rennrad-Bereich ein. Die Veloce gibt es mit 10-fach Kassette und ist erhältlich mit zwei Zweifach-Kurbeln (Compact und Standard). Die erhältlichen Kurbelradius liegen bei 170, 172,5 und 175mm. Das Power-Shift Feature ermöglicht mit einer Schaltung gleich drei Gänge auf einmal zu schalten.

Athena

Die erste 11er Gruppe im Campagnolo-Sortiment wurde Ende 2016 durch die Potenza abgelöst.

Potenza

Die Potenza ist Campagnolos neue Antwort auf die Ultegra von Shimano und SRAMs Force und kommt mit vier Kurbelarmen und einem neuen Design für Umwerfer und Schaltwerk, was das Schalten verbessern soll. Die Funktionalität entspricht den Top-Gruppen Chorus, Record und Super Record, wobei die Potenza aufgrund des günstigeren Materialmixes für etwas weniger zu haben ist. Das neue Design erlaubt eine 11-32er Kassette hinten sowie Compact, Mid-Compact und Standard Kurbeln.

Chorus

Die Chorus ist die Budget-Version der Top-Gruppe Super Record, im Vergleich aber nicht wirklich billig. Die Chorus findet sich dank des hohen Carbonanteils bei Rädern um die 3.500€. Auch hier werden nur die drei Kurbelradius 170, 172,5 und 175mm angeboten.

Chorus EPS

Die Chorus EPS ist die günstige elektrische Schaltung von Campagnolo. Der präzise Schaltvorgang lässt sich on-the-fly vom Fahrer einstellen, während man durch die Modi-Taste des Systems den Akkustand einsehen, Umwerfer und Schaltwerk justieren sowie die Nullposition einstellen kann.

Record

Mit der Record befinden wir uns auf einem Level mit der Dura-Ace von Shimano. Materialtechnisch wird hier auf Carbon und hochwertiges Alu gesetzt, sodass die Record-Gruppe ultraleicht, präzise und optisch ein Hingucker ist.

Record EPS

Die elektronische Version der Record Schaltung lässt sich dank der MyCampy App individuell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Außerdem lassen sich die gesammelten Daten über dein Schaltverhalten auslesen, u.a. Leistung, Geschwindigkeit, Puls und Distanz.

Super Record

Das Nonplusultra aus der Komponentenschmiede ist seit jeher die Super Record, „the maximum evolutional and technological expression of a mechanical drivetrain for bikes“. Die Unterschiede zur Record sind optisch kaum auszumachen. Die Verwendung von Titan-Elementen sowie Keramiklagern bringen das Gewicht noch weiter nach unten und erhöhen die Effizienz, natürlich auf Kosten eines höheren Preises.

Super Record EPS

Die mechanische Ausgereiftheit der Super Record in Verbindung mit maximaler Präzision dank EPS – das ist die Super Record EPS.

SRAM Schaltgruppen

SRAM kommt auf vier Rennrad-Gruppen und ist bekannt für besonders leichte Komponenten und Schaltungen. Ein weiteres Highlight des US-Unternehmens ist YAW-Technologie, mit deren Hilfe der Umwerfer bei jedem Gangwechsel seine Position in einem Bogen verändert und so stets in einem konstanten Winkel zur Kette steht, was für einen direkteren und präziseren Schaltvorgang sorgt.

Für seine Schalthebel nutzt SRAM die Double Tap Technologie – ein Schalthebel, mit dem man sowohl hoch als auch runter schaltet. So kannst du einfacher und schneller schalten, da es die umständliche und unnatürliche Bewegung, die bei Zweihebelsystemen erforderlich war, nicht mehr gibt.

SRAM Gruppen BikeExchange  2016 1

Es folgt eine Übersicht der SRAM Rennrad Schaltungen inkl. Beschreibung und Einsatzbereich.

Apex

Die Einsteiger-Gruppe von SRAM besteht aus einer 10-fach Kassette und einer Zweifach-Kurbel mit fünf Kurbelarmen. Ein klassisches Compact-Setup mit 50/34 Kettenblatt sorgt für sorgenfreie Touren zum Feierabend oder Training in der Freizeit. Die 11-32 Kassette richtet sich ebenfalls an Einsteiger und Gelegenheitsfahrer, da sie einfache Übersetzungsverhältnisse ermöglicht; sogar mehr als eine Standard-Dreifach-Kurbel. SRAM waren übrigens die ersten, die Dreifach-Kurbeln aus dem Programm genommen haben, da einfach keine Notwendigkeit für so viele Gänge besteht.

Apex x1

Der Name verrät es vielleicht schon: Die Apex x1 hat nur ein Kettenblatt vorne und nutzt deswegen eine Einfach-Kurbel. Das System ist einfach zu bedienen, leichter zu warten und eliminiert mechanische Fehlerquellen. Für das Kettenblatt gibt es ganze vier Optionen: 38, 40, 42 und 44, alle mit X-SYNC Technologie, einem speziellen Zahnprofil für eine verbesserte Verbindung mit der Kette. Am besten geeignet ist die Apex x1 für Pendler, Cyclocrosser und Biker, die mit ihrem Rennrad auch mal gerne querfeldein fahren.

Rival

Die Shimano Rival ist vergleichbar mit der Shimano 105 und setzt ebenfalls auf viele technische Features der höherklassigen Modelle, allerdings zu einem günstigeren Preis. Im Vergleich zur Apex hat die Rival einen Gang mehr in der Kassette (22 gesamt) und dank der 11-36T eine breite Übersetzungsbandbreite. Sie ist außerdem leichter, verfügt über Disc-Versionen für hydraulische Scheibenbremsen und bietet mehr Kurbelradius an (165, 167,5, 170, 172,5 und 175mm). Die Zweifach-Kurbel ist erhältlich in 52/36, 50/34 oder 46/36. Die Rival ist komplett aus leichtem Aluminium gefertigt.

Rival x1

Wie auch bei der Apex x1 setzt die Rival x1 auf eine Einfachkurbel mit zahlreichen Kettenblatt-Optionen, ist im Vergleich wieder leichter und hat eine noch größere Kassette im Angebot (10-42T).

Force

Bei der Force wird das Aluminium stellenweise durch leichteres Carbon ersetzt, sodass Steifigkeit und Gewicht verbessert wurden. Die Kurbelradius liegen bei 165, 170, 172,5, 175 und 177,5mm, die Zweifach-Kurbel gibt es mit dem Standard 53/39 Setup sowie Compact-Optionen, u.a. 52/36, 50/34 und 46/36. Die Gruppe richtet sich an ambitionierte Hobby-Sportler, die nach einer extrem leichten, leistungsfähigen Schaltung Ausschau halten. Wie die Rival ist auch die Force kompatibel mit Scheibenbremsen.

Force x1

Die SRAM Force x1 ist die Top-Level Einfachschaltung von SRAM und wird häufig im Cyclocross-Sport, aber auch bei Kriterium-Racern und Triathlonrädern eingesetzt. Eben alle Disziplinen, wo keine hohe Bandbreite an Gängen benötigt wird. Dafür gibt es eine große Palette an Kettenblattoptionen: 38, 40, 42, 44, 46, 48, 50 ,52 und 54.

Red

Die Elite-Schaltung von SRAM heißt Red und spielt in einer Liga mit der Dura-Ace und der Record/Super-Record von Campagnolo. Zu finden bei zahlreichen Profi-Teams und Triathlon-Athleten ist die Red laut SRAM der „Höhepunkt der Rennrad-Technologie“ und ist die leichteste Rennradgruppe auf dem Markt. Überall wurde feinstes Carbon verbaut, die Lager bestehen aus Keramik. Bei den Schalthebeln wurde mit ErgoFit an eine perfekte Ergonomie mit verbessertem Grip gedacht. Die Kurbel ist eine komplett ausgehöhlte Konstruktion, welche das Steifigkeit zu Gewicht-Verhältnis im Vergleich zur Force noch einmal verbessert. Die mechanische Red kann eine Kassette mit 32er Ritzel aufnehmen, wohingegen die elektrische Variante nur ein 28er fassen kann.

Red eTap

Die Red eTap von SRAM war die erste kabellose, elektrische Schaltung auf dem Markt und nutzt dazu ein proprietäres Protokoll, dass zwischen Schalthebel und den Schaltwerken kommuniziert. Die Energie kommt von winzigen, austauschbaren Akkus, die beim Umwerfer bzw. Schaltwerk untergebracht sind (Reichweite: ca. 1.000 km, Ladezeit 45min)). Die Technologie mit Schalthebeln links und rechts wurde sich bei Formel 1 Rennwagen abgeschaut. Der linke Schalter schaltet runter, der rechte hoch, beide zusammen bewegen den Umwerfer vorne. Das Gewicht der elektrischen Gruppe ist trotz fehlender Kabel höher als bei der mechanischen Red.

Satellite Shifter wie bei der Shimano Dura-Ace Di2 können in Form sogenannter Blips überall am Lenker angebracht werden. Die normalen Schalthebel kommen mit ErgoBlade Technologie und sind breiter für bessere Kontrolle. Die eTap Kassette fasst maximal nur ein 28er Ritzel, was sich aber in Zukunft ändern könnte.