Hans "No Way" Rey - Vater des modernen Mountainbikens

September 18, 2014

Hans Rey auf der Eurobike 2014

Hans rey signing session eurobike 2014

Er war schon ein wenig aufgeregt, unser Simon. Aber verständlich, denn er traf sich auf der Eurobike mit keinem geringeren als Hans „No Way“ Rey. Die Schweizer Mountainbike-Legende erzählte uns von den Anfängen seiner Karriere, was ihn heute motiviert und von seiner Wheels 4 Life-Stiftung.

Eine Mountainbike-Legende

Wer mal auf Hans Reys Webseite in seiner Biografie nach seinen Erfolgen und Titeln schaut, ist erstmal eine Weile am Zählen. Der Typ hat echt so ziemlich alle Wettkämpfe gewonnen, die es im Bereich MTB und Trials gibt. Zusätzlich zu den ganzen anderen abgefahrenen Sachen, die er in seiner Freizeit so getrieben hat, wie zum Beispiel über Autos auf dem Freeway in L.A. springen oder auf Hawaii über einen aktiven Vulkan zu heizen. Hans Rey ist definitiv einer der Pioniere des Extrem-Mountainbiking und Trial Riding und ganz sicher nicht zu Unrecht im Jahr 1999 in die Mountain Bike Hall of Fame aufgenommen worden. Doch jede Legende muss erstmal klein anfangen.

Bike statt Motorrad

Seine Leidenschaft für Trials entwickelte Hans bereits in jungen Jahren in Deutschland. Und dass, obwohl Mountainbikes damals noch Quark im Schaufenster waren.

„Wir hatten einen Motorrad-Trials-Club bei uns, und mein Traum war es, ein Motorrad zu haben. Also haben meine Freunde und ich den Motorradfahrern auf unseren Bikes nachgeeifert“.

Doch Hans blieb beim Bike und lebte seinen neuen Traum. Als Ende der 80er die ersten Mountainbikes aufkamen zog es Hans mit seiner neuen Passion in die USA.

„And the rest is history“, lacht er.

Zeit für Abenteuer

hans rey richie schley adventure team MTB

hans rey adventure team jordan MTB

Es jagte ein internationaler Trials-Titel den nächsten, und Hans zeigte der Welt immer wieder aufs Neue, was mit dem Mountainbike alles möglich ist. Auf die Frage, ob er nicht langsam keinen Bock mehr auf Mountainbiking hat, gab Hans in unserem Interview die einzig richtige Antwort:

„Ich sage mir immer: Ich möchte biken, solange es mir Spaß macht. Und ich finde immer wieder neue Wege, dass es mir Spaß macht.“

Dazu gehören unter anderem seine Trips mit dem Hans Rey Adventure Team, in denen das Erkunden von fremden Landschaften und Kulturen über dem wettbewerblichen Aspekt des Mountainbikings steht. Außerdem will Hans mit seinem Engagement bei der International Mountainbike Association und seiner eigenen Stiftung Wheels 4 Life dem Mountainbikesport etwas zurückgeben. „Der Sport hat viel für mich getan“, sagt er zurückblickend.

Hans rey adventure team MTB

Wheels 4 Life

Doch von all seinen Aktivitäten ist die Wheels 4 Live-Stiftung sicherlich sein momentan größtes und wichtigstes Projekt. „Wheels 4 Life ist eine Non-Profit-Stiftung, die Fahrräder an bedürftige Menschen in den Dritte-Welt-Ländern verteilt“, fasst Hans kurz zusammen. Die Stiftung kümmert sich darum, dass beispielsweise Schulkinder, medizinische Helfer und Kleinunternehmer durch ein Fahrrad mobil sind, ihren Tätigkeiten und Verpflichtungen dadurch besser nachkommen können. Die Idee dazu kam ihm während seinen Reisen durch Entwicklungsländer:

„Für uns sind Fahrräder ein Sportgerät oder Spielzeug, manche nutzen es um mal eben von A nach B zu kommen, aber in der Dritten Welt kann es einen Riesenunterschied im Leben einer Person machen. Es kann der Schlüssel sein zu Bildung, besserer medizinischer Versorgung oder um über die Runden zu kommen.“

Hans leitet die Stiftung zusammen mit seiner Frau und bemüht sich, so viel Geld wie möglich den Bedürftigen zur Verfügung zu stellen. Es gibt keine Gehälter oder Mittelsmänner, sodass jeder Dollar dem Zweck der Stiftung zu Gute kommt.

„Wir wollen natürlich auch, dass die Menschen an uns glauben und sicher sein können, dass das Geld dazu genutzt wird, Gutes zu tun und das unsere Projekte nachhaltig Menschen helfen - nicht nur der Person, die das Bike bekommt, sondern der ganzen Community und Familie“

Hans Rey racing africa wheels 4 life

Jeder kann helfen

Das Hans Reys Herzblut in der Stiftung steckt ist offensichtlich, und sicherlich auch ein Grund für den Erfolg des Projekts. Bisher wurden Projekte in über 26 Ländern realisiert und Stand August schon über 6300 Fahrräder über die Stiftung finanziert. Dabei haben Unterstützer auch eigene Fundraiser gestartet, wie zum Beispiel der 7-Jährige Adam Pettifier aus Großbritannien. Der Junge hatte zusammen mit seinem Vater einen Wochendtrip geplant und wurde dafür von Freunden und Familie mit 305$ unterstützt, die er dann an Wheels 4 Life spendete. Für den kleinen Jungen ein großes Abenteuer, und natürlich eine gute Sache für die Stiftung. Sehr cool. Wenn auch ihr Bock habt Wheels 4 Life zu unterstützen, geht auf die Wheels 4 Life Webseite und spendet oder startet einen eigenen Fundraise.