Garmin Edge 520 im Test

März 03, 2016
Garmin Edge 520 im Test

Aerodynamisches Design trifft umfassende Funktionsvielfalt: Das Garmin Edge 520 soll Radsportlern wirklich alles bieten, was sie sich immer gewünscht haben. Ob der deutsche Navigationsspezialist das auch hinbekommen hat, erfahrt ihr in unserem Test.



Erste Eindrücke

Das Edge 520 orientiert sich von der Bauweise an dem klassischen Edge 500. Die Abmessungen sind in etwa gleich, der Bildschirm wurde für das 520 nochmal deutlich vergrößert und ist auch größer als beim Edge 510. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger und anderen populären Modellen wie dem Edge 1000 verzichtet das Edge 520 auf einen fancy Touchscreen und investiert den Platz in mehr Buttons. Sieben Schaltflächen bietet das 520 und deckt damit die komplette Funktionalität ab. Trotzdem fühlt es sich im Zeitalter von Smartphones und Tablets etwas ungewohnt an, bei einem solchen Top-Modell keinen Touchscreen zur Verfügung zu haben.

Garmin 500 vs 520 vergleich

Das Gehäuse macht einen äußerst wertigen Eindruck und besitzt die Schutzklasse IPX7 für Wasserbeständigkeit bis zu einer Tiefe von 1 m für 30 Minuten. Sprich: Das Garmin Edge 520 hält auch stärksten Regengüssen stand. Montiert wird das Ganze mit dem Standard Quarter-Lock Mechanismus.

Garmin 520 details

Bedienung & Usability

Das Button-Layout des Edge 520 ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Hoch-Runter-Tasten sind direkt gegenüber des Bestätigen-Buttons platziert, was das Bewegen durch die einzelnen Menüs teilweise etwas erschwert.

Ansonsten fällt die Bedienung ähnlich leicht wie bei den verwandten Edge-Modellen. Nach der Eingabe von persönlichen Informationen wie Größe und Gewicht wählt man eigentlich nur ein vorgefertigtes oder individuelles Profil (Training, Indoor, Racing) und startet die Aufzeichnung. Wer Runden drehen möchte, kann den Anfang / das Ende einer jeden Runde mit einem simplen Tastendruck markieren. Nach der Fahrt die ganzen Daten speichern, fertig. Nur das Button Layout ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Tasten zum Scrollen genau auf der anderen Seite wie die Taste zum Bestätigen angebracht ist, was die Menünavigation etwas umständlich macht.

Die verschiedenen Messdaten lassen sich individuell zu einzelnen Daten-Bildschirmen zusammenstellen und dann mit nur einem Tastendruck wechseln, sodass man alle wichtigen Informationen sofort parat hat.

Kartenmaterial

Die Standard-Karte ist vielleicht der größte Kritikpunkt des Garmin Edge 520. Kaum Details und nur wenige verwertbare Straßen und Wege machen die Map eigentlich kaum nutzbar. Glücklicherweise ist es aber kein Problem, die Standard-Karte durch das Kartenmaterial eines Drittanbieters zu ersetzen. Wir können hier die OpenStreetMaps empfehlen, da sie im Vergleich relativ wenig Speicherplatz benötigt (was angesichts des geringen Speichers des 520 und fehlendem Micro-SD-Slot ein Segen ist) und trotzdem äußerst detailreich ist.

Garmin 520 maps

Das Garmin Edge 520 ist aber kein klassisches Gerät zur Fahrradnavigation, das spontan die beste Route zu einem Ziel finden kann. Das Modell zeigt dir nur die aktuelle Position an und hilft dir, dich in deiner Umgebung zu orientieren. Wer aber zuvor die GPS-Daten der Tour auf das Gerät spielt, bekommt zuverlässige Turn-By-Turn Anweisungen, akustisch und visuell, sowie die Streckenübersicht auf der Karte.

Kommunikation mit anderen Geräten

Die verschiedenen Messdaten lassen sich individuell zu einzelnen Daten-Bildschirmen zusammenstellen und dann mit nur einem Tastendruck wechseln, sodass man alle wichtigen Informationen sofort parat hat. Die Daten externer Messsensoren wie Pulsmesser, Powermeter und Trittfrequenzsensoren können ganz leicht via ANT+ auf das Gerät übertragen werden.

Neben der ANT+-Schnittstelle bietet das Edge 520 auch eine Schnittstelle zu Bluetooth Smart-Geräten. So lassen sich Textnachrichten und Wetterupdates anzeigen, deine Fahrdaten zu Garmin Connect hochladen und die LiveTrack-App nutzen, die Freunden einen Einblick in deinen Touren-Fortschritt gewährt, eine gute Internetverbindung des Smartphones vorausgesetzt. Eine eigene Wi-Fi-Verbindung kann das Edge 520 nämlich nicht vorweisen.

Dafür überzeugt das Edge 520 wie auch das Edge 1000 und 510 mit den Navigationssystemen GPS und GLONASS, die innerhalb weniger Sekunden ein brauchbares Signal auf den Bildschirm zaubern.

Mithilfe der Bluetooth Smart-Schnittstelle lassen sich Wetterkarten, Textnachrichten und viele weitere News vom Smartphone direkt einblenden.

Features

Das am häufigsten angepriesene neue Feature des Edge 520 ist die Einführung der Strava Live Segments. Dadurch wird es den Fahrern ermöglicht, einzelne Streckenabschnitte auf das Gerät zu laden, um für diese dann eine neue persönliche oder generelle Rekordzeit aufzustellen, alles mit Live-Feedback von der Community. Dieses motivierende Gimmick war früher nur über die eigene Garmin Connect App verfügbar und wurde jetzt aber auf die Strava Community ausgeweitet, sodass nun eine weitaus größere Zahl an Strecken verfügbar ist. Um das neue Feature zu nutzen benötigt man allerdings einen Strava Premium-Account.

Garmin 520 connect page Strava live segments

Auch ganz praktisch: Der Recovery Advisor, der nach jeder Fahrt die empfohlene Ruhezeit anzeigt, ein VO2-Kalkulator sowie diverse Funktionen von den Garmin Triathlon-Uhren, wie z.B. dem Functional Threshold Power, die sich perfekt in die Umgebung der Fahrradnavigation eingliedern.

Akkulaufzeit

Eine der wichtigsten Faktoren für viele Fahrer, die Akkulaufzeit. Laut Herstellerangaben sollte das Garmin Edge 520 insgesamt 15 Stunden mit einer Ladung auskommen. Hier ist hervorzuheben, dass das Fahren einer Route den Akku deutlich mehr belastet als der Normalbetrieb: Eine fünfstündige Fahrt verbrauchte hier knapp 50% der Gesamtlaufzeit.

Fazit

Das Edge 520 ist ein weiterer würdiger Eintrag in Garmins hervorragendes Portfolio an GPS Navigationsgeräten.

Garmin 520 Menue Ansicht

Die Integrierung von Strava Live Segments ist definitiv das Highlight des 520, macht es aber angesichts der Tatsache, dass sowohl das Edge 510, 810 und 1000 nach einem Firmware-Update dieselbe Funktionalität bieten, nicht zu einem Must-Have für bestehende Edge-Nutzer. Aber die verbesserten Kartenfunktionen und die anderen neuen Features machen es zu einem durchaus attraktiven Upgrade für all diejenigen, die für einen Nachfolge zu ihrem Edge 500 oder Edge 510 suchen.

Mit neuen Features und einem schlanken Design überzeugt das 520 auch im Vergleich zu der hauseigenen Konkurrenz wie dem Edge 1000 und Edge 510.

Einzig und allein der fehlende Touchscreen fühlt sich ein wenig rückschrittlich an beim Edge 520. Dazu kommt, dass die Tasten relativ schwergängig sind und sich nicht ganz so smooth bedienen lassen, wie man es von einem solchen Produkt erwarten würde. Trotzdem ist das Garmin Edge 520 ein ausgesprochen empfehlenswertes GPS-Navigationsgerät und stellt für ambitionierte Sportler und Radprofis einen wertvollen Begleiter für jede Tour da.