Checkliste für Radreisen

Mai 29, 2015
Checkliste für Radreisen

Eins vorweg: Es gibt nicht die eine oder perfekte Checkliste für Radreisen. Dafür sind die einzelnen Ansprüche, Gewohnheiten und Vorlieben der Radfahrcommunity zu unterschiedlich, ganz zu schweigen von den unterschiedlichen Arten von Radtouren, Übernachtungsmöglichkeiten, Hobbys etc. Deswegen werden wir euch an dieser Stelle nicht vorschreiben, welches Camping-Equipment ihr in den Rucksack schmeißen sollt, welche Tütensuppe am besten für die Alpenüberquerung geeignet ist und ob der Fotoapparat mit darf oder zu Hause bleiben sollte.

Clever Packen

Diese Checkliste soll nur eine Grundlage darstellen, auf deren Basis du deinen nächsten Fahrradurlaub planen kannst. Das wichtigste dabei: Früh mit dem Planungsprozess beginnen, denn Übernachtaktionen resultieren häufig in hektischen Suchmarathons nach der geliebten Stirnlampe oder dem Ersatzpaar Thermosocken. Weiterhin sollte auch sichergestellt werden, dass der ganze Kram auch wirklich mit dir zusammen aufs Fahrrad passt, und du nicht die Hälfte wieder mit der Post nach Hause schicken musst.

Also nochmal kurz zusammengefasst:

  • Frühzeitig planen
  • Gepäck am besten mal Probefahren
  • Ruhig auch Platz für das eigene Hobby einräumen (Fotografieren, Lesen, etc.)

Vorbereitung des Bikes

Natürlich das A und O jeder größeren Fahrradtour ist die Überprüfung des Bikes. Die Radreise zu starten ohne zumindest nochmal den Reifendruck zu checken, die Kette zu ölen und Bremsen sowie Schaltung auf korrekte Funktionsweise zu kontrollieren wäre einfach nur dämlich und führt schnell dazu, dass der ausgedehnte Ausflug zum Kurztrip mit teurer Rückreise wird. Deswegen lieber nochmal einen Nachmittag Zeit nehmen, und schön beim Bierchen das Fahrrad mal von Grund auf durchchecken.

Besonders wichtig:

  • Luftdruck überprüfen
  • Bremsen auf optimale Bremsleistung prüfen
  • Alle Schrauben müssen fest sitzen

Taschen & Rucksack

Hier ist wieder ausschlaggebend, welcher Tourentyp geplant wurde. Der MTB-Reisende hat keinen Bock auf nervige Gepäckträger und weiß eh nicht so richtig, wo er die montieren soll. Wer aber länger mit dem Rad unterwegs sein möchte und sich jeden Abend in der blanken Natur betten will, muss auf seinem Trekkingrad schon einiges an Taschen verstauen. Zwei Taschen am Gepäckträger vorn - sogenannte Low-Rider-Taschen - und die üblichen Bags am hinteren Gepäckträger bietet dafür eine gute Basis, schränken aber den Fahrkomfort und Flexibilität schon deutlich ein. Wer lieber nur mit zwei Taschen hinten, einer** Lenkertasche** und Rucksack fahren will, muss dann eben gut packen und auf einige Sachen verzichten. Apropos Rucksack: Auch wenn man ihn nicht mehr unbedingt zum Verstauen benötigt, ist er immer praktisch und bedeutet mehr Freiraum für spontane Ausflüge. Besonders hilfreich sind natürlich Rucksacke mit Trinksystem, mit denen man auf einen Trinkflaschenhalter getrost verzichten kann. Bei den Taschen beliebt sind Modelle von Ortlieb und Vaude, Rucksäcke können wir von den Marken EVOC, Cube und Deuter empfehlen.

Noch mal in der Übersicht:

  • Je nach Gepäckaufkommen: Low-Rider-Taschen und Gepäckträgertaschen
  • Lenkertasche als sinnvoll einsetzbarer Stauraum und für die Reisekarten
  • Rahmentasche oder Satteltasche für Werkzeug und Co.
  • Gut belüfteter Rucksack, am besten mit Trinksystem

Bekleidung

Bei der Fahrradbekleidung wird es schon etwas interessanter. Na klar, deine Bike Wear ist hauptsächlich abhängig von Temperatur und Wetter, und wir wollen dich natürlich nicht davon abhalten, auch mal im Winter eine Mehrtagestour zu starten. Aber gehen wir mal von relativ sonnigen, mild-warmen Wetter aus, bei denen der Ottonormalverbraucher am ehesten seinen Astralkörper auf das Bike schwingt. Unabhängig vom Wetter: Der Helm muss mit, und gehört ab Minute 1 auf den Kopp. Fahrradhandschuhe sind bei Abschnitten durchs Gelände immer eine gute Wahl, und machen die meist noch kälteren Morgenstunden etwas erträglicher. Für den unschönen Fall des Regens ist natürlich eine komplette Regenausstattung ein Muss. Regenjacke und Regenhose, am besten aus atmungsaktiven Material mit ordentlicher Wassersäule wie zum Beispiel Gore-Text, sind hier ganz klar zu empfehlen, während die schnell angezogenen Rainlegs für kurze Schauer ausreichen. Für die Fahrradschuhe (die man natürlich gleich anzieht) kann man über regendichte Gummiüberzieher nachzudenken, um trockenen Fußes am Ziel anzukommen. Ansonsten: Reichlich Funktionswäsche, Radhosen und Trikots, Fleece-Sweatshirt und vielleicht auch ein paar „normale“ Klamotten und Schuhe, wenn man in der Bar nicht unangenehm auffallen möchte.

Kurz zusammengefasst:

  • Regenjacke und -hose, Überzieher für die Schuhe bei Bedarf
  • Fahrradschuhe und ein Paar Straßenschuhe
  • Fahrradhandschuhe
  • Radhose (kurz und lang) und Bike-Shorts
  • Trikot (lang- und kurzarm), am besten mit praktischem Reißverschluss
  • Fleece-Shirt und Pullover (hält warm und spart Gewicht)
  • Leichte Weste für kühlere Abfahrten
  • Buff oder Head-Gator, falls es kälter wird
  • Socken und Unterhosen (je nach persönlichem Verschleiß)
  • Sonst noch: Normale Straßenklamotten, Mütze, Sonnenbrille, Badehose (für die schnelle Abkühlung)

Werkzeug für unterwegs

Vielleicht die wichtigsten Utensilien, für die man im Gepäck Platz schaffen sollte. Neben den obligatorischen Sachen wie Ersatzschlauch und Luftpumpe empfehlen wir bei längeren Touren auch Ersatzteile für die Bremse und Schaltung einzupacken, vor allem Seilzüge. Ein Kettennieter ist ebenfalls hilfreich und verrichtet seine Arbeit besser als neumodische Kettenschlösser.

  • Ersatzschlauch und Flickzeug
  • Luftpumpe, am besten CO2-Minipumpe, die den Reifen in Sekundenschnelle vollpumpt
  • Multitool-Werkzeug mit Inbus und Kettennieter
  • Reifenheber
  • Pflegemittel + Lappen
  • Ersatzseilzüge für Bremsen und Schaltung
  • evtl. Pannenspray

Zubehör

Es gibt nicht umsonst so eine unübersichtlich große Auswahl an Zubehörartikeln fürs Bike - das meiste ist auf langen Radreisen oder beim Fahrradurlaub echt nützlich. Andere Sachen sind dagegen 08/15 und eigentlich selbsterklärend:

  • Fahrradschloss
  • Trinkflaschenhalter + Trinkflasche (besser: Rucksack mit Trinksystem)
  • GPS-Computer für eine einfachere Wegfindung, sonst: Karten, Karten, Karten.
  • evtl. zusätzliche Beleuchtungskomponenten wie z.B. Stirnlampe

Sonstiges Zeug

Was man eben noch so braucht:

  • Energieriegel und sonstige Verpflegung für Zwischendurch
  • Handy + Ladegerät
  • Ausweise (Personalausweis, Krankenkarte, Geldkarte … am besten mit Kopie)
  • Kleine Apotheke (Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set, Insekten-/Mückenschutz, Kopfschmerztabletten, Durchfallmittel, Desinfektionsmittel)

Tipps zum Gewicht sparen

  • GPS statt Reiseführern und Karten
  • Fleece-Stoffe sind leichter und trocknen schnell
  • Selbst bei einfachen Kleidungsstücken wie T-Shirts - einfach mal abwiegen, es erwarten dich mitunter gewaltige Gewichtsunterschiede
  • Seife statt Duschgel
  • Hose mit abnehmbaren Hosenbeinen statt kurz + lang
  • Für die Leseratten - E-Book-Reader

Vorbereitung geführte Touren

Bei geführten Touren gilt es, zusätzlich zu den eigenen Vorbereitungen sich auch bestens auf den Tourenverlauf vorzubereiten. Deswegen solltest du folgende Dinge beachten, bevor du dich auf den Weg machst:

  • Den Tourenführer nach wichtigen Details fragen: Räder zum Ausleihen? Detaillierte Routen? Ist ein Fahrradmechaniker bei der Tour dabei? etc.
  • Früh buchen: Das erleichtert den Organisatoren die Planung, und sichert dir bei den immer beliebter werdenden Radreisen einen Platz
  • Guter Fitnesszustand: Du musst kein Profi sein, aber in ordentlicher körperlicher Verfassung. Orientiere dich an den Tageskilometern und Schwierigkeitsgraden
  • Zeit nehmen: Ruhig etwas früher zum Treffpunkt gehen, und nach der Tour oder dem Urlaub nicht gleich wieder ins Flugzeug steigen. Das hilft deinem Körper und du kannst die Natur besser genießen.
  • Räder zum Ausleihen gründlich inspizieren: Logisch! Haben die Veranstalter ein Bike in meiner Größe? Sind die Reifen / Bremsen in Ordnung? Sonstige Macken?