E-Bike 101 - Alle Fragen, Alle Antworten

März 24, 2015
E-Bike 101 - Alle Fragen, Alle Antworten

E-Bikes und Pedelecs sind in der europäischen Fahrradwelt das Thema Nummer 1 momentan und machen einen immer größeren Marktanteil aus. Grund genug, die bedeutendsten Aspekte des neuen Trendprodukts mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir haben die wichtigsten und interessantesten Fragen zu E-Bikes und Pedelecs gesammelt und an dieser Stelle kurz und knackig beantwortet. Wenn ihr mehr Fragen habt, kontaktiert uns einfach hier.

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Lifestyle & Glaubensfrage

Brauche ich als gesunder, sportlicher Mensch überhaupt ein E-Bike?

Das Vorurteil, dass E-Bikes nur etwas für Senioren und Sportmuffel sind, hält sich immer noch ziemlich hartnäckig. Dabei zeigen die Hersteller mit ihren immer weiter wachsenden Modellpaletten, dass E-Bikes auch für den „normalen“ Radfahrer interessant sein können. Neben Alltags- und Cityrädern sind auch Trekking-E-Bikes und E-MTBs schon weit verbreitet, und bieten dem Fahrer neben einem höheren Komfort auch eine höhere Reichweite, um noch mehr aus dem Bike herauszuholen. E-Bikes werden nachweislich häufiger genutzt als Räder ohne Elektro-Hilfe, ersetzen immer häufiger kürzere Autofahrten und bieten den unbestreitbaren Vorteil, auch ohne nervige Schweißtropfen zur Arbeit radeln zu können.

Typen & Einsatzzweck

Welche E-Bike Typen gibt es?

Der Term E-Bike wird heute häufig synonym zum Pedelec benutzt und beschreibt im Grunde alle Fahrräder mit elektronischer Antriebsunterstützung. Ursprünglich beschreiben E-Bikes Fahrzeuge, bei denen sich die Fahrgeschwindigkeit auch unabhängig vom Pedalieren, etwa per Drehgriff am Lenker, regulieren lässt. Diese werden aber in Europa kaum verkauft.

Pedelecs:

  • Motorunterstützung bis zu 25 km/h
  • sobald sie treten, merken sie den Antrieb
  • Trotz Motorunterstützung als Fahrrad klassifiziert

S-Pedelecs:

  • Motorunterstützung bis 45 km/h
  • Mofakennzeichen und Rückspiegel benötigt (zählt als Kraftfahrzeug)

Was eignet sich für mich besser - ein E-Cityrad, ein E-Trekkingrad oder ein E-Mountainbike?

Die Einteilung von E-Bikes und Pedelecs in Kategorien wie E-Trekking oder E-City ist noch nicht so ausgereift wie bei klassischen Fahrrädern und wird von den einzelnen Herstellern relativ frei vorgenommen. Das heißt zum Beispiel nicht, dass ein City-Pedelec nur für die Stadt zu gebrauchen ist, sondern dass es vom Hersteller als das perfekte Rad für die Stadt vermarktet wird. Das gleiche gilt für E-Trekkingräder, die man natürlich genauso gut im Stadtverkehr nutzen kann. Die Kategorisierung gibt dem Käufer aber einen guten Anhaltspunkt, ob das Fahrrad den gewünschten Einsatzzweck entspricht.

E-City, E-Urban, E-Komfort: Bequeme und komfortable Räder für die Stadt mit STVO-Ausstattung, sehr aufrechte Sitzposition. Weniger Gänge, häufig Tiefeinsteiger.

E-Trekking, E-Touring: Sportlicher als E-City, teilweise mit Federung für unbefestigte Wege. Eignen sich gut für lange Strecken, häufig auch als S-Pedelec verfügbar. Meist mehr Gänge als Stadt-E-Bikes.

E-MTB, E-Enduro, E-Mountainbike: Reine Geländemaschinen. Federung vorne und häufig auch hinten, Scheibenbremsen, keine STVO-Ausstattung (außer S-Pedelecs). Perfekt für steile Anstiege und mühselige Bergtouren, aber auch flowige Trails und die ein oder andere Tour.

Gesetze & Verkehr

Brauche ich für E-Bikes einen Führerschein oder eine Versicherung?

Ein Führerschein ist nur für E-Bikes mit einer höheren Motorleistung als 250W erforderlich, darunter fallen S-Pedelecs. Hier reicht aber eine Mofa-Prüfbescheinigung aus. Auch eine *Versicherungspflicht ist beim S-Pedelec notwendig, genauso wie ein Mofakennzeichen. Normale Pedelecs benötigen weder Führerschein noch eine Versicherung.

Kann ich auch die markierten Radwege benutzen?

Pedelecs unterliegen denselben Bestimmungen und Vorschriften wie Fährräder und können demnach wie jedes andere Fahrrad auch auf Radwegen und Fahrradstraßen gefahren werden. Für S-Pedelecs gelten hier wiederum einige Ausnahmen. S-Pedelecs dürfen nur außerhalb geschlossener Ortschaften die Radwege benutzen, innerhalb nur dann, wenn dies durch das Schild „Mofas frei“ erlaubt ist oder die Motorunterstützung abgeschaltet wird. Bei Fahrradstraßen muss eines der Zusatzschilder „Mofas frei“, „Krafträder frei“ oder „Kraftfahrzeuge frei“ angebracht sein. Auch auf Wald- und Forstwegen, touristische Wegen oder in Fussgängerzonen, die für Fahrräder frei sind, dürfen S-Pedelecs nicht fahren - es sei denn, das Fahren mit Motorkrafträdern wurde ausdrücklich erlaubt.

Muss ich einen Helm tragen?

Auch hier kommt der Fakrt zu tragen, dass Pedelecs als Fahrräder eingestuft werden. Eine Helmpflicht besteht nicht, das Tragen eines Helmes empfehlen wir aber trotzdem dringend. Bei S-Pedelecs besteht seit 2012 eine Helmpflicht, wobei der Helm dem Fahrzeug „angemessen“ sein muss. Beim „fahrradartigen“ S-Pedelec reicht also ein Fahrradhelm, eine Rechtssicherheit gibt es hier aber nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will (physisch und rechtlich), wählt lieber einen ECE-geprüften Motorradhelm oder einen speziellen E-Bike-Helm.

Akku & Ladevorgang

Was muss ich bei den Akkus allgemein beachten?

Zurzeit sind Li-Ion Akkus die technisch beste Wahl, und werden deshalb auch bei der Mehrzahl von E-Bikes verbaut. Beachten sollte man hier vor allem, dass zu kurze oder auch zu lange Ladezeiten die Ladezyklen verschlechtern, und im schlimmsten Fall die Akkus beschädigen. Eine Tiefentladung sollte unbedingt verhindert werden, da sie zu erheblichen Beeinträchtigungen der Speicherfähigkeit führen kann. Der Akku verzeiht es beispielsweise nicht, wenn er in vollständig leerem Zustand längere Zeit gelagert wird. Lesen sie dazu die Betriebsanleitung ihres E-Bikes. Moderne Li-Ion-Akkus verlieren außerdem nicht an Kapazität, wenn sie nur teilweise geladen werden. Es ist sogar besser, wenn der Akku nicht jedes Mal ganz leer gefahren wird. Fahren Sie Ihren Akku nur etwa alle zwei Monate ganz leer und laden Sie ihn dann gleich wieder komplett voll.

Wie lange hält ein Akku und wieviel kostet ein Ersatzakku?

Akkus haben eine begrenzte Lebensdauer, die jedoch von Jahr zu Jahr durch findige Entwickler verlängert wird. Die Haltbarkeit und Gewährleistung eines modernen Lithium-Ionen-Akku wird oft in Vollladezyklen angegeben, also der vollständigen Be- und Entladung des Akkus, welche sich im Schnitt zwischen 500 und 1000 bewegen. Dies entspricht einer Reichweite von immerhin ca. 20.000 bis 40.000 Kilometer. Danach hat der Akku eine verminderte Kapazität (ca. 85%) und dementsprechend geringere Leistung. Ein Ersatzakku kostet je nach Fabrikat zwischen 500 und 800 Euro, mit deutlich geringerer Kapazität auch um die 300.

Wie hoch ist die Ladedauer bei einem E-Bike und wieviel Strom verbrauch ich dabei?

Dies ist natürlich abhängig von der Größe des Akkus. Die Ladezeiten für eine Vollladung liegen in der Regel zwischen 2,5 und 9, teilweise sogar bis zu 11 Stunden. Teilladung gehen in der Regel schneller: 80% der Ladung werden schon mal nach nur einer oder anderthalb Stunden erreicht. Der Stromverbrauch orientiert sich an der Leistungsaufnahme des Akkus. Haben sie einen 250 Wh Akku, beträgt der Verbrauch ca. 0,3 kWh, da immer ein gewisser Teil der elektrischen Energie durch Verluste im Ladegerät verloren geht. Bei einen durchschnittlichen Strompreis von rund 27 Cent pro kWh kostet dich eine Vollladung also nur 8 Cent.

Was bedeutet Rekuperation?

Rekuperation lässt sich mit Energierückgewinnung übersetzen und beschreibt die Rückspeisung der Bremsenergie in die Elektromotoren. Dadurch wird natürlich die Haltbarkeit des Akkus während der Fahrt deutlich erhöht. Der Effekt greift auch bei längeren Talfahrten, wo mehr Energie gewonnen als umgesetzt wird. Es eignen sich jedoch nur Nabenmotoren (vorne oder hinten) zur Rekuperation.

Ausstattung & Technik

Kann ich mein normales Fahrrad als Pedelec nachrüsten?

Wer sich Unterstützung durch einen Elektromotor wünscht aber sein altes Fahrrad gerne behalten möchte, kann es mithilfe eines Umbausatzes zu einem E-Bike nachrüsten. Solche Pedelec-Umbausätze gibt es von verschiedenen Anbietern und liegen preislich zwischen 750 und 2.000€. Gewöhnlich umfasst solch ein Nachrüst-Kit die Komponenten Nabenmotor, Akku und Ladegerät, Lenkerdisplay und Steuerungseinheit sowie einem Kabelsatz.

Es gilt vor bzw. während des Umbaus aber einiges zu beachten:

  • Genug Einbauraum für den Motor
  • Rahmen muss das Zusatzgewicht von ca. 10 kg aushalten können
  • Hinterradnabenmotor funktioniert nur mit Kettenschaltung
  • Bremsen müssen für das höhere Gewicht ausgelegt sein

Was ist unter einer Anfahr- oder Schiebehilfe zu verstehen?

Einige E-Bikes und Pedelecs haben eine Anfahrhilfe, teilweise auch Schiebehilfe genannt. Diese ermöglicht die Motorunterstützung auch ohne Pedalbewegung bis zu einer Geschwindigkeit von 6 km/h. Der Vorteil: Leichteres Anfahren und Bewegen des Bikes auch bei höheren Lasten.

Welche Position des Elektromotors ist am besten - vorne, mittig oder hinten?

Auf dem Markt haben sich aktuell drei verschiedene Antriebskonzepte etabliert, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen:

Hinterradnabenmotor:

Eine äußerst direkte Kraftübertragung und die Möglichkeit der Energierückgewinnung (Rekuperation) sind die größten Vorteile des Hinterradnabenmotors. Heckmotoren müssen allerdings mit Kettenschaltungen kombiniert werden. Daher haben sie keine Rücktrittbremse. Weiterer Nachteil: Das Fahrverhalten ist sehr hecklastig, vor allem, wenn der Akku im Heck platziert wird.

Mittelmotor:

Die optimale Position im Tretlagerbereich bietet ein unverfälschtes und sicheres Fahrgefühl, da der Schwerpunkt sich nur minimal verändert. Im Vergleich zum Nabenmotor greift ein Mittelmotor mit einem Zahnrad in den Kettenstrang ein und hilft auf diese Weise beim Antrieb. Ein Mittelmotor lässt sich mit allen Schaltungsarten kombinieren, auch mit einer Nabenschaltung und Rücktrittbremse (z.B. Kalkhoff, Panasonic).

Vorderradnabenmotor:

Sitzt in der Vorderradnabe und funktioniert mit jeder Form der Gangschaltung - also auch mit Rücktrittbremse. Beim Anfahren am Berg oder auf losem, nassem und rutschigem Untergrund können sie mit einem Vorderradmotor Probleme bekommen, da das Rad wegrutschen kann. Es ist also Vorsicht geboten.

Kauf

Wieviel kostet ein E-Bike/Pedelec, und welche Teile sind ausschlaggebend für den Preis?

Die Preisspanne für E-Bikes ist wie bei anderen Fahrrädern enorm groß. Während Einsteiger-Modelle bereits ab 1000€ zu haben sind, kann man für High-End-E-Bikes schon mal bis zu 10.000€ und noch mehr ausgeben. Hier spielen natürlich verschiedene Ausstattungsmerkmale eine Rolle, entscheidend für den E-Bike-Aufpreis gegenüber „normalen“ Fahrrädern ist aber natürlich der komplette Antriebsstrang, vor allem Motor und Akku. Andere Eigenschaften wie Material (Carbon, Aluminium), Schaltung und Federung sind auch für das Preisniveau verantwortlich.

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wie bei allen Fahrzeugen gilt: Vor dem Kauf lieber eine Probefahrt absolvieren, bevor man die Katze im Sack kauft. Probieren sie unterschiedliche Modelle, Größen und auch Komponentenvarianten (z.B. Schaltung), und stimmen sie ihre Auswahl mit dem vorgesehenen Einsatzzweck ab. Einige Händler bieten interessierten Käufern die Möglichkeit, dass Fahrrad über wenige Tage auszuleihen.

Kontrollieren sie während der Testfahrt am besten folgende Faktoren:

  • Lässt sich auch am Berg leicht schalten?
  • Haben die Bremsen genug Zugkraft?
  • Sind die Bedienelemente (Display, Schalthebel etc.) leicht zu erreichen?
  • Lässt sich das E-Bike gut tragen?
  • Lässt sich der Akku leicht herausnehmen?

Wo finde ich die besten E-Bikes?

E-Bikes gehören mittlerweile sowohl im Versandhandel als auch in den meisten Fahrradläden zum festen Inventar und werden von einer Vielzahl etablierter Hersteller angeboten. Über die besten Modelle lässt sich allerdings wie in jedem Produktsegment streiten. Sicher ist nur, dass du auf BikeExchange in der Kategorie E-Bikes und Pedelecs über 3.500 Angebote für E-Bikes und Pedelecs in ganz Deutschland bekommst und dabei mit Sicherheit das Bike dabei ist, wonach du suchst.