Trendsportart Bike-Polo

März 30, 2015
Trendsportart Bike-Polo

Es kann eigentlich nicht genug Radsportarten geben. Mal abgesehen von den gängigen Renn- und Freestyledisziplinen, sind die Sportarten mit Fahrradbeteiligung aber doch eher dürftig. Eine durchaus coole Radsportart haben wir auf der Fahrradschau in Berlin entdeckt - Bike-Polo. Quasi eine Mischung aus dem (auch relativ unbekannten) Radball und dem Polo-Sport (nur eben ohne Pferde), hat das kleine Bike-Polo Turnier auf dem Gelände der Fahrradschau schon beim Zuschauen mächtig Spaß gemacht. Wir haben uns mal näher mit der Spielform auseinandergesetzt und durften feststellen, dass der kleine Nischensport immer beliebter wird.

bikepolo fahjrradschau berlin 2015

Erst einmal kurz die Grundlagen: Das Polo auf dem Rad ist ein Teamsport, bei dem bei der Hardcourt-Variante jeweils drei Spieler einer Mannschaft versuchen, einen Ball mit einem Schläger in das gegnerische Tor zu schießen. Klingt relativ simpel, erfordert aber eine gute Kontrolle über das Fahrrad sowie ein hohes Maß an Koordination. Es ist nämlich nicht so einfach, gleichzeitig das Bike zu steuern, den Ball mit dem Stock zu spielen und dabei noch Gegner und Mitspieler im Auge zu haben. Außerdem wird das Berühren des Bodens mit den Füßen bestraft, indem der Spieler dann erst an einem bestimmten Punkt an der Längsseite des Spielfeldes abschlagen muss, bevor er wieder ins Spielgeschehen eingreifen darf. Tore dürfen, wie beim Polo üblich, nur mit der schmalen Seite des Schlägers erzielt werden. Ansonsten gilt das Motto Auge um Auge, Zahn um Zahn. Kontakt ist jederzeit erlaubt, aber immer nur Schläger vs. Schläger, Fahrrad vs. Fahrrad und Körper vs. Körper.

Das Spielfeld ist einem Eishockeyfeld relativ ähnlich, variiert aber stets in der Größe. Auch bei der Spieldauer werden unterschiedliche Systeme angewandt - entweder mit Zeitbegrenzung, oder ohne bis zu einer bestimmten Punktzahl. Das komplette Regelwerk findet ihr auf diesem schönen Flyer.

radpolo fahrradschau

Der Ursprung des heutigen Bike-Polo Sports liegt in Seattle, USA und wurde damals vor allem von Fahrradkurieren ausgetragen. Das traditionelle Radpolo geht bis aufs Jahr 1891 zurück und war 1908 sogar eine olympische Disziplin (Deutschland verlor das Endspiel gegen Irland). Im Gegensatz zur heutigen Trendsportart wurde das traditionelle Polo auf dem Rad auf einem großen Rasenplatz ausgetragen, mit jeweils 4 Spielern pro Team. Heute hat sich der Sport weltweit stark verbreitet und wird in über 30 Ländern betrieben, Welt- und Kontinentalmeisterschaften werden seit 2009 ausgetragen. Die Turniere werden, egal ob regionales Freizeitturnier oder Meisterschaft, in der Regel gemeinsam von den Spielern und Mannschaften finanziert und ausgerichtet. Die aktuell amtierenden Weltmeister sind Call Me Daddy aus Frankreich, der deutsche Meister 2014 wurde das Team Edisons aus Frankfurt.