Der große Trekking-Einsteiger-Guide

September 14, 2015
Der große Trekking-Einsteiger-Guide

Der Trend zum Rad hält weiter an. Immer mehr Menschen erfreuen sich an der großen Auswahl, die der moderne Fahrradmarkt bietet. Denn so viel Innovation, so viel Individualität und Vielfalt, so viel ausgefeilte Technik gab es noch nie, vor allem nicht in den „Freizeitbereichen“ wie eben Trekking & Tour. Das Angebot wächst immens, und in gleichem Maße bei vielen auch die Unsicherheit, ob das was sie kaufen überhaupt ihr Geld wert ist. Wir zeigen euch, worauf man als Einsteiger beim Kauf achten muss, welche Trekkingräder in drei Preissegmenten bis 1000€ zu empfehlen sind und was man neben dem Rad an sich noch gebrauchen kann, damit die nächste Tour ein voller Erfolg wird.

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Sportlich oder komfortabel?

Nicht jedes Trekkingrad ist gleich. Es gibt sportliche Typen die auf Kilometerjagd gehen wollen, komfortable Gleiter für entspannte Sonntagsausflüge und robuste Packesel, mit denen man tagelang unterwegs sein kann. Hier ist natürlich der eigene Anspruch gefragt. Einer der wichtigsten Faktoren zur Unterscheidung ist die Sitzposition. Ein höherer Vorbau, kürzere Oberrohrlänge sowie ein kleinerer Reach (Abstand von Tretlager bis zur Mitte des Steuerrohres am Vorbau) sorgen für eine aufrechtere Haltung auf dem Rad, und bieten dem Fahrer so mehr Komfort bei einer besseren Verkehrsübersicht. Hände, Arme, Wirbelsäule und Nacken werden weniger belastet und der Schwerpunkt liegt auf dem Gesäß des Fahrers, welches die Hauptlast trägt. Deswegen ist hier die Wahl des richtigen Sattels entscheidend. Dieser muss breit genug sein und weder zu hart noch zu weich, damit keine unangenehme Reibung zwischen Haut und Knochen bei der Fahrt entsteht.

Wer komfortabler fahren will, hat natürlich im Gegenzug mit einem höheren Luftwiderstand und einer geringeren Kraftübertragung zu kämpfen. Wer sportlicher und gestreckter auf dem Rad sitzt hat den Vorteil, sich deutlich kraftsparender und schneller fortbewegen zu können. Die ausgewogenere Gewichtsverteilung auf beide Räder verbessert auch gleichzeitig Traktion, Handling und Stabilität, was sich vor allem bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar macht. Hände und Arme werden jetzt aber stärker belastet, und eine optimale Anpassung von Lenker- und Sattelhöhe ist unabdingbar. Einfacher Tipp: Ausprobieren. Fahren sie mehrere Räder Probe und wählen sie eine abwechslungsreiche Strecke auf verschiedenen Untergrund-Typen um zu sehen, wie sich das Trekkingrad unter unterschiedlichen Bedingungen fahren lässt und ob die Sitzposition auf Dauer die richtige ist.


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Kette oder Nabe?

Für viele ist es schon fast eine Glaubensfrage. Kette oder Nabe. Auch hier hilft es, wenn man sich bereits klar ist, welcher Typ Tourenfahrer man ist bzw. wie man unterwegs sein will. Sportliche Radler setzen eher auf die leichtere Kettenschaltung mit hoher Übersetzungsbrandbreite, mit denen sie auch steile Berge problemlos erklimmen können. Wer es lieber etwas ruhiger angehen lässt und auf Wartungsarmut und Beständigkeit wert legt, greift am besten zur Nabenschaltung. Die Schalttechnik wird hier eingekapselt, sodass Schmutz und Wasser keine Chance haben. Weniger Gänge (in der Regel 7 - 11), verlagerter Schwerpunkt nach hinten (die Nabe ist am hinteren Laufrad angebracht) und geringere Wirkungsgrad beim Schalten sind die Nachteile dieser Bauweise.

Eine Kettenschaltung verlangt nach regelmäßiger Pflege und gelegentlicher Feinjustierung der Zugspannung und Kettenblätter, dankt es aber auch mit schnellen und präzisen Gangwechseln. Wer in den Bergen unterwegs ist, schnappt sich am besten ein Bike mit Dreifach-Kurbel und 10-fach Ritzelpaket am Hinterrad, sodass man auf dem Papier 30 Gänge zur Verfügung hat. Wer lieber im Flachland unterwegs ist und noch ein paar Gramm Gewicht sparen möchte, kann auch zu einer Zweifach- oder sogar Einfach-Kurbel greifen.

Starr oder gefedert?

Es gab eine Zeit, da mussten sich Trekkingräder noch mit billiger Massenware vom Komponentenmarkt rumschlagen. Vor allem die Federgabel war teilweise nur eine schlechte Ausrede einer funktionierenden Dämpfung. Doch mittlerweile findet man an den Tourenbikes immer häufiger hochwertige Luftfedergabeln, die speziell auf den Trekkingeinsatz abgestimmt wurden. Braucht es aber überhaupt eine Federung oder reicht die Starrgabel?

Wer sein Bike nur auf befestigten Radwegen bewegt, kann darauf verzichten und spart sich die Extrakosten, das zusätzliche Gewicht und den Wartungsbedarf einer Federgabel. Meist reichen schon breitere Reifen, um auch ohne Dämpfung ein angenehmes, komfortables Fahrgefühl zu schaffen. Moderne Starrgabeln verfügen auch über eine gewisse Eigendämpfung, um größere Vibrationen von der Straße abzufangen. Kleiner Tipp: Schauen sie bei einer Starrgabel auf das Klemmmaß des Vorbaus. Ein dünnerer Lenker, z.B. mit 25,4 Millimeter Durchmesser, eignet sich hier besser.

Abseits der Straßen will man auf einer Federgabel eigentlich nicht verzichten. Hersteller wie Suntour und RST bieten Modelle mit Federwegen um die 50 mm an, die auch vollkommen ausreichen. In der Regel sind luftgefederte Modelle sensibler als Stahlfeder-Versionen und lassen sich noch besser an das Gewicht des Fahrers anpassen. Im Preissegment bis 1000€ findet man aber noch häufig Stahlfedern, die ihr Werk mehr als solide verrichten. Im Gegensatz zur Starrgabel sollte der Lenker bei einer Federgabel mit einem Klemmmaß von 31,8 mm versehen sein, um die Steifigkeitsverluste der Gabel auszugleichen.


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Scheibenbremse oder V-Brake?

Bei der Bremsfrage ist die Antwort eigentlich klar. Wer es sich leisten kann, sollte zu Scheibenbremsen greifen. Kein Verschleiß an tragenden Teilen, starke Bremswirkung, gute Dosierbarkeit und Zuverlässigkeit bei jedem Wetter machen die Scheibenbremse zu einer mehr als lohnenswerten Investition. Der Vorteil der Felgenbremse V-Brake ist ihr geringes Gewicht und die solide Bremsleistung, für die man die Bremse allerdings auch regelmäßig warten und nachjustieren muss. Bei Nässe verliert sie hingegen drastisch an Kraft, sodass man bei solchen Bedingungen besser langsamer unterwegs ist.

Dick oder Dünn?

Die neuen Ballonreifen werden im Trekkingbereich immer beliebter. Die dicken Reifen mit 40 Millimeter sind aufgrund des höheren Luftvolumens komfortabler und stabiler zu fahren wenn es mal ins Gelände geht, und dazu noch pannenresistenter. Mit dem passenden Luftdruck federn die Reifen zusätzlich und bringen noch mehr Fahrkomfort. Auf der anderen Seite stehen die etablierten Reifenmaße mit einer Breite von 26 Millimetern, die auf Asphalt ihre Vorteile ausspielen. Die bessere Beschleunigung ist eine Folge des geringen Gewichts, und abbremsen lassen sich die dünnen Schlappen demzufolge auch leichter als die dicken Roller. Den Reifendruck sollte man stets im Auge haben, da sie bei zu wenig Luft schnell durchschlagen.


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Rahmen & Gewicht

Beim Gewicht trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer unter die 14 Kilogramm-Marke kommen möchte, muss sich jenseits der 1000€-Marke umschauen. Ansonsten bekommt man 15-18-Kilo schwere Aluminium-Boliden, die eben etwas länger brauchen, um aus dem Quark zu kommen. Bei der Rahmenform gibt es meist die volle Auswahl. In der Regel bieten Hersteller ihre Modelle in den Formen Diamant, Trapez und Wave/Tiefeinsteiger an. Der Diamant-Rahmen ist dabei sicherlich der sportlichste, während die abgeflachte Trapezform sich vor allem an Frauen richtet und der Tiefeinsteiger vor allem in der Stadt bei häufigen Auf-/Absteigen seine Vorteile ausspielt.

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