8 einzigartige Momente der Tour de France 2016

Juli 26, 2016
8 einzigartige Momente der Tour de France 2016

Adam Yates – Attacke von oben

Die Tour hatte wieder einige Stürze zu verzeichnen, doch keiner war so skurril wie der vom späteren Gewinner des weißen Trikots, Adam Yates (ORICA-BikeExchange). Auf den letzten Metern der 7. Etappe attackierte der 23-jährige das Hauptfeld und die Führenden der Gesamtwertung, als plötzlich das 1 km Banner über ihm herabstürzte. Yates hatte keine Zeit zum Reagieren, kollidierte mit dem Banner und flog aus dem Sattel. Glücklicherweise konnte er die Etappe problemlos beenden und bekam die verlorene Zeit gutgeschrieben, und die Verletzungen hielten sich mit ein paar genähten Wunden in Grenzen.

Chris Froomes wilde Abfahrt

Die 8. Etappe war bereits für viele Experten die Vorentscheidung zum späteren Gesamtsieg von Froome. Der Brite hatte ein hervorragendes Timing bei seiner Attacke auf den letzten Metern der Etappe und ließ Quintana quasi stehen, während der sich ein Schluck aus der Pulle gönnte. Auf der Abfahrt ins Ziel packte Froome dann die Aero-Brechstange aus und katapultierte sich quasi selbst ins Ziel. Hut ab!

Steve Cummings - Solo Sieg mit Ansage

Da passte das sonst so dominierende Team Sky einmal nicht auf: Steve Cummings zeigte auf der 7. Etappe eine atemberaubende Vorstellung, als er sich von einer 29-köpfigen Ausreißergruppe löste, den beiden Führenden Dani Navarro und Vincenzo Nibali mal eben im Vorbeifahren „Hallo“ sagte und dann die letzten 25 Kilometer komplett ungefährdet vorneweg fuhr. Schon im Vorfeld kündigte der Engländer an, dass die 7. Etappe sein Spielplatz werden wird. Den Sieg dann aber in dieser Manier einzufahren, ist wirklich einzigartig und zeugt von einem massiven Selbstbewusstsein.

Bling Attack – Matthews gewinnt für ORICA-BikeExchange

Es war der erste Etappensieg für ORICA-BikeExchange bei der Tour, und was für einer. Überragendes Teamwork von Luke Durbridge brachte den Australier Michael „Bling“ Matthews in eine hervorragende Ausgangssituation, wo er dann „nur“ noch mit Peter Sagan klarkommen musste, der sich an diesem Punkt schon selbst im grünen Trikot sah. Doch Matthews siegte im Zielsprint deutlich und ließ dem Weltmeister keine Chance.

Cav is Back

Und wie er zurück ist. Mark Cavendish haute mal locker drei Etappensiege bei der Tour raus und ging den deutschen Sprintern damit gehörig auf den Keks. Zweimal Kittel und einmal Greipel mussten sich ihm im Sprint geschlagen geben. Bevor es dann in die Alpen ging gab Cav die Tour auf, um sich lieber auf Olympia vorzubereiten. Da gibt es schließlich auch noch Sachen zu gewinnen. Bei der Tour kommt der Sprinter jetzt auf 30 Etappensiege, nur Legende Eddy Merckx hat noch vier mehr.

Ein Sieg für die Fans - Romain Bardet gewinnt die 19. Etappe

Team Sky hatte eigentlich zu jeder Zeit alles im Griff, was die Gesamtwertung und die Sicherung von Froomes Führung anging. Nur bei der 19. Etappe ließen sie sich etwas überraschen. Ausgerechnet der Lokalmatador Bardet jagte dem dominierenden Briten gehörig Angst ein, als er bei der 19. Etappe 10 Kilometer vor dem Ziel anzog, am Führenden Rui Costa vorbeiging und ordentlich Zeit gut machte. Vor der Etappe auf Position 6. gelegen sprang Bardet mit seinem Sieg auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung und sorgte wenigstens noch für eine kleine Überraschung auf den letzten Metern der Tour.

Dominator in Grün - Peter Sagan

Während die starken Leistungen von Cavendish definitiv eine Überraschung waren, ist das Endresultat für Sagan eher erwartet. Klarer Sieg in der Punktewertung und knapp die Hälfte der Tour in grün, mit der Auszeichnung als aggressivster Fahrer der Tour als kleine Kirsche obendrauf. Eben eine weitere Tour für Sagan. Der Sprint zum Sieg der 2. Etappe war ein wahrer Augenschmauß für Sprint-Fans und eine Machtdemonstration des Weltmeisters.

Chris Froome –The Running Man

Wir alle wussten, dass dieser Moment in die Tour-Geschichte eingehen wird. Froome crasht zusammen mit Porte in ein Motorrad der Crew, als sie sich den Mount Ventoux hinauf quälen. Die drängelnden Zuschauer haben die Strecke zu einem Nadelöhr gemacht, da Absperrungen aufgrund einer Vorverlagerung der Ziellinie fehlten. Wie dem auch sei: Das Motorrad vor Froome und Porte musste stark bremsen, es kommt zum Crash. Das Bike von Froome ist hin, das Ersatzrad taugt nix, also Beine in die Hand nehmen und ab geht’s den Berg hinauf. Es war wirklich absolut kurios was hier passierte, und zeigte, dass selbst bei einem Event wie die Tour de France einfach alles möglich ist. Da Froome das gelbe Trikot aufgrund dieses Unfalls nicht verlor und auch sonst keine Probleme hatte, die Tour easy nach Hause zu fahren, wird diese Skurrilität immer eine nette Anekdote zur 113. Tour de France bleiben.


Titelbild von BrakeThroughMedia


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