Giro Recap #3 - Das große Finale

Juni 01, 2015
Giro Recap #3 - Das große Finale

Es hat sich abgezeichnet: Alberto Contador gewinnt die Giro d’Italia 2015 souverän mit 1:53 Minuten Vorsprung vor seinem Konkurrenten Fabio Aru. Platz 3 sicherte sich Mikel Landa Meana, der damit das überragende Teamergebnis vom Astana Pro Team perfekt machte. Die Punktewertung holte sich nach einer guten Vorstellung in der letzten Woche der Italiener Giacomo Nizzolo vor Philippe Gilbert, am Berg war Giovanni Visconti der Schnellste. Simon Geschke, der am Anfang der Tour noch gut mit im Rennen lag, wurde insgesamt nur 8. bei der Bergwertung. Das Nachwuchstrikot war quasi seit Anfang der Tour Fabio Aru auf den Leib geschneidert.

Endergebnisse

Maglia Rosa (Gesamtwertung): Alberto Contador (ESP), Team Tinkoff-Saxo
Maglia Rossa (Punktewertung): Giacomo Nizzolo (ITA), Trek Factory Racing
Maglia Azzurra (Bergwertung): Giovanni Visconti (ITA), Team Movistar
Maglia Bianca (Nachwuchswertung): Fabio Aru (ITA), Astana Pro Team
Teamwertung: Astana Pro Team (2. BMC Racing Team, 3. Team Lampre-Merida)

Etappenübersicht

Etappe 21 - Torino - Milan

Sieger: Iljo Keisse (BEL) Ettix-QuickStep

Es war ein relativ ruhiges Rennen für Contador, der mit einem komfortablen Abstand an die letzte Etappe der Tour herantrat. Erst auf den letzten 30 km, als das Peloton schon in Mailand war, gaben einige Fahrer Feuer. Der spätere Etappensieger Keisse vom Ettix-QuickStep-Team war der erste ernstzunehmende Ausreißer, der gefolgt von Orica GreenEDGE-Fahrer Luke Durbridge die entscheidende Aktion des Rennens vollzog. Das Timing der beiden war perfekt - das Peloton war zu spät auf dem Gaspedal und konnte in den engen Straßen von Mailand kaum Boden gut machen. Die beiden Führenden waren lange Zeit ein gutes Team und hielten ihren Vorsprung, bis auf den letzten Kilometern die typischen Spielchen begannen. Jeder versuchte einen Vorteil zu gewinnen, doch am Ende kam nur das Hauptfeld immer näher und näher. Auf der Zielgeraden war dann Durbridge vorne, aber der Belgier Keisse zog nochmal ordentlich an und entschied den Schlusssprint für sich, das Peloton folgte nur 9 Sekunden dahinter. Contador hatte eine relativ angenehme Fahrt, zeigte aber nach dem Zieleinlauf, dass auch er kämpfen musste.

Damit geht die 98. Giro d’Italia zu Ende, und alle Augen richten sich jetzt auf die Tour de France und die Frage, ob Contador das Triple der Grand Tour Siege einfahren kann.

Etappe 20 - Saint Vincent - Sestriere

Sieger: Fabio Aru (ITA), Astana Pro Team

Contador musste bei den Anstiegen der 20. Etappe noch einmal zittern. Die starken Astana Athleten Landa und Aru attackierten bei bis zu 10 % Steigung auf dem Colle delle Finestre und ließen dem Dominator in Pink keine Chance, mitzuhalten. Landa holte mit einer unglaublichen Energieleistung den Ausreißer Zakarin von Team Katusha wieder ein und hielt das Tempo, bis Teamkollege Aru heranfahren konnte. Der Youngster war dann nicht mehr zu halten und sprintete auf der Zielgeraden Richtung Sieg. Zweiter wurde Hesjedal vom Team Cannondale-Garmin vor Rigoberto Uran von Etixx-QuickStep - dasselbe Podium wie nach der 19. Etappe.

Aru konnte mit dem Sieg nochmal ein ganzes Stück Zeit von der Uhr nehmen, doch Contador hatte immer noch ein komfortables Polster von über 2 Minuten.

Etappe 19 - Gravellona Toce - Cervinia

Sieger: Fabio Aru (ITA), Astana Pro Team

Fabio Aru hat mit seinem Sieg auf der 19. Etappe die Grundordnung wieder hergestellt und seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung zurückerobert. Die Strecke war wieder ein echter Kraftakt und verlange den Fahrern alles ab: 236 Kilometer, 5.000 Höhenmeter und Steigungen bis zu 12 % mussten überwunden werden. Das Astana Pro Team machte seine Sache am besten und brachte Aru in die perfekte Position für einen überzeugenden Schlusssprint, der ihn vor Hesjedal und Uran ins Ziel kommen ließ. Der Rückstand auf Contador ist aber mit über viereinhalb Minuten immer noch beträchtlich.

Etappe 18 - Melide - Verbania

Sieger: Philippe Gilbert (BEL), BMC Racing Team

Es sah nach einer Etappe für die Sprinter aus: Nur ein großer Anstieg und zahlreiche müde Beine im Hauptfeld waren Grund genug, bei der 18. Etappe auf die schnellen Spurter zu setzen. Schon zu Anfang konnten sich insgesamt 12 Fahrer vom Hauptfeld absetzen und fuhren einen beträchtlichen Vorsprung von über 13 Minuten heraus. Am Berg löste sich das Feld dann auf, und vier Fahrer angeführt von Amael Moinard übernahmen die Spitze. Es sah nach dem entscheidenden Breakaway aus, aber der Belgier Gilbert hatte etwas dagegen. Solo unterwegs fuhr er an die vier Ausreißer heran und wurde bestens empfangen - Teamkollege Moinard hatte das Tempo genau richtig gedrosselt, so dass Gilbert zum perfekten Zeitpunkt ranfahren konnte. Der legte dann auch gleich los wie die Feuerwehr und sprintete Richtung Sieg, während Moinard das Feld hinter ihm in Schach hielt - Teamwork wie aus dem Bilderbuch.

Im Hauptfeld gab es hingegen kaum Überraschungen. Contador und das Tinkoff-Saxo-Team fuhren überlegt und hatten das Tempo gut im Griff. Der Gesamtführende konnte seinen Vorsprung nochmal um über eine Minute auf Aru ausbauen.

Etappe 17 - Tirano - Lugano

Sieger: Sacha Modolo (ITA) Team Lampre Merida

Endlich wieder Flachland. Die Sprinter rieben sich die Hände, nachdem die Berge in den letzten Tagen ordentlich an den Kräften nagten. 25 Kilometer vor dem Ziel in Lugano startete der erste ernstzunehmende Ausreißversuch von Gretsch, Hansen und Atapuma, die sich aber auf Dauer nicht entscheidend absetzen konnten. Hansen von Lotto-Soudal versuchte es dann alleine, wurde aber meilenweit vor dem Ziel von den Top-Teams abgefangen. Lampre-Merida machte seine Sache dann am besten und brachte seinen Top-Sprinter Modolo in eine gute Position für den Zielsprint. Modolo machte seine Sache dann überragend und ließ den Verfolgern Nizzolo und Mezgac keine Chance.

Etappe 16 - Pinzolo - Aprica

Sieger:Mikel Landa (ESP), Astana Pro Team

Es war ein dominantes Rennen von Astana Pro Team Fahrer Mikel Landa. Der Start-Ziel-Sieg bescherte dem Spanier den zweiten Platz in der Gesamtwertung vor seinem Teamkollegen Fabio Aru, während Contador weiterhin an der Spitze seine Kreise zieht. Trotzdem war der Kampf um Pink in dieser Etappe wieder brandaktuell. Nach einem Platten von Kontador zog das Astana Team an und brachte Landa und Aru in die Spitzengruppe zusammen mit Kruijswijk. Doch der Führende der Gesamtwertung holte die verlorene Zeit wieder auf und fuhr an das Führungstrio heran. Aru konnte nicht mithalten und hatte dann auch mit technischen Problemem zu kämpfen - the tables have turned, sozusagen. Das neue Trio an der Spitze fuhr souverän bis 4,3 Kilometer vor dem Ziel, als Kruijswijk das Wagnis einging und alleine davonzog. Landa schaltete schnell und machte die Lücke wieder zu, konnte sich sogar absetzen und gewann schließlich seine erste Etappe der Giro. Contador wurde Dritter.

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