Giro Recap #2 - Contador weiter in Pink

Mai 26, 2015
Giro Recap #2 - Contador weiter in Pink

Die zweite Woche ist rum, wir sind schon bei Etappe 16. Contador in Führung, Aru in Lauerposition, Porte ausgestiegen. Diese Woche warten die Dolomiten, es wird eine spannender Endspurt.

Aktueller Stand

Die Gesamtwertung wird weiterhin souverän von Alberto Contador angeführt, der über 2 Minuten Vorsprung auf den nächstplatzierten Fabio Aru hat. Die weiteren Verfolgen sind Amador vom Movistar Team und Arus Astana-Kollege Landa Meana. Porte ist nach den vielen schlechten Ergebnissen aus dem Titelrennen und hat am Montag seinen Ausstieg aus der Tour bekannt gegeben, aus gesundheitlichen Gründen. Simon Geschke ist in der Bergwertung mittlerweile auf Rang 3.

Maglia Rosa (Gesamtwertung): Alberto Contador (ESP), Team Tinkoff-Saxo
Maglia Rossa (Punktewertung): Elia Viviani (ITA), Team Sky
Maglia Azzurra (Bergwertung): Benat Intxausti (GER), Team Movistar
Maglia Bianca (Nachwuchswertung): Fabio Aru (ITA), Astana Pro Team

Etappenübersicht

Etappe 15 - Marostica - Madonna Di Campiglio

Nach dem kräftezehrenden Zeitfahren am Vortag war auch die 15. Etappe ein richtiger Brocken. 165 Kilometer, mit 3 Bergwertungen und zwei Sprints sowie einem Gipfel-Finish am Madonna de Campiglio. Der erste erfolgreiche Ausreißer war Intxasuti, der beim Anstieg der Kategorie 2 die volle Punktzahl holte und seine Führung in der Bergwertung ausbaute. Die Ausreißergruppe fiel aber stellenweise auseinander und verkleinerte sich mit jedem Kilometer, die fehlende Kooperation setzte den Fahrern zu. Beim letzten Anstieg nahmen dann die Top-Teams das Zepter in die Hand. Das Astana Pro Team zeigte sich wieder einmal extrem stark und stellte ganze 5 der besten 14 Fahrer auf den letzten Metern. Contador war hingegen alleine unterwegs, hielt sich aber tapfer in der Spitzengruppe. Mit zunehmender Steigung begann das Astana Team mehrere Versuche, Contador abzuschütteln, doch der gab sich keine Blöße. Aru hingegen konnte das Tempo zeitweise nicht halten und fiel öfters zurück, kämpfte sich aber am Ende doch wieder ran. Vor dem Ziel waren sie dann nur noch zu viert - Landa, Aru, Contador und Trofimov vom Team Katusha. Letzterer versuchte sich als Erster zu lösen, wurde aber schließlich vom späteren Sieger Landa kassiert. Contador wurde dritter und baute seine Führung auf Aru um eine Sekunde aus.

Etappe 14 - Trevisio - Valdobbiadene (TT)

Sieger: Vasil Kiryienka (BLR), Team Sky

Die Zeit in Pink war nur kurz für den Newcomer Fabio Aru. Mit seinem dritten Platz im Zeitfahren holte sich Contador das Trikot für den Gesamtführenden wieder zurück. Porte konnte seiner Favoritenrolle auf dieser Strecke nicht gerecht werden und hängt immer noch auf Rang 17 in der Gesamtwertung. Das Zeitfahren war in der zweiten Hälfte aufgrund von schwereren Windbedingungen etwas anspruchsvoller, sodass aus dem Kreis der Top-Fahrer nur Contador eine Top 10 Platzierung ergattern konnte. Den Sieg holte sich der starke Weißrusse Vasil Kyrienka, der seinem Team Sky den zweiten Giro-Sieg bescherte.

Etappe 13 - Montecchio Maggiore - Jesolo

Sieger: Sasha Modolo (ITA), Team Lampre Merida

Die relativ flache und kurze Etappe versprach eigentlich nicht allzu viele Überraschungen, hatte es am Ende aber doch in sich. Contador verlor nach einem Sturz sein heißgeliebtes pinkes Trikot an Verfolger Fabio Aru, der es zum ersten Mal überstreifen durfte. Porte erwischte es in der Massenkollision ebenfalls und fiel auch wegen eines weiteren Plattens und einer Zeitstrafe in der Gesamtwertung auf Rang 17 zurück. Contador konnte trotz der angeschlagenen Schulter und dank der Mithilfe seines Teamkollegen Tosatto, der ihm sein Bike zur Verfügung stellte, das Rennen noch beenden und hat jetzt 19 Sekunden Rückstand auf Aru. Die Etappe gewann der Lokalmatador Modolo.

Etappe 12 - Imola - Vicenza

Sieger: Philippe Gilbert (BEL), BMC Racing Team

Obwohl eher als eine Art Übergangsetappe angesehen, war das Rennen nach Vicenza ein wahres Feuerwerk an Radrennsport. Einsetzender Regen, großes Drama und ein wahnwitziges Tempo machten die Etappe zu einem Augenschmaus für Fans und Zuschauer. Die hohe Geschwindigkeit des Pelotons machte es schwer für Ausreißer - der erste Versuch schaffte nur einen Vorsprung von zwei Minuten, der dann mit dem einsetzten Regen wieder verpuffte. Am Ende des Rennens ging es hoch her, mit mehreren Fahrern die in einer guten Position für den Sieg waren. Franco Pellizotti und Tanel Kangert gingen mit 20 Sekunden Vorsprung in den letzten Anstieg, wurden aber schließlich 400 Meter vor dem Ziel von den motivierten Verfolgern wieder eingeholt. Gilbert überquerte die Ziellinie als Erster, gefolgt von dem Mann in Pink Alberto Contador.

Etappe 11 - Forlì - Imola

Sieger: Ilnur Zakarin (RUS), Team Katusha

Insgesamt neun Anstiege mussten auf der 153 km langen Strecke der 11. Etappe überwunden werden, was dem Peloton stark zusetzte. Die ersten Punkte der Etappe wurden früh vergeben - Nizzolo sicherte sich die ersten Sprintpunkte. Gleich danach machte sich die erste Ausreißergruppe auf den Weg. Mit über zehn Mann stark besetzt teilte die Gruppe die restlichen Punkte des Tages unter sich auf, darunter auch der Tagessieg, den der Russe Zakarin einfahren konnte. Mit einer Energieleistung löste sich der Team Katusha Fahrer beim vorletzten Anstieg und fuhr das Rennen ganz alleine zu Ende, mit über einer Minute Vorsprung zum Peloton.

Etappe 10 - Civitanova Marche - Forlì

Sieger: Nicola Boem (ITA), Bardiani Valvole-CSF Team

Eigentlich ist die relative flache Etappe 10 mit seinem technisch anspruchsvollen Zieleinlauf wie gemacht für die Sprinter-Weltelite. Doch die Teams der Favoriten haben da etwas gepennt und gleich zu Beginn ein italienisches Quartett - angeführt vom späteren Sieger Boem - einfach davonziehen lassen. Im Schlussspurt hatte anfangs Marangoni vom Team Cannondale Garmin die besten Karten, konnte aber seinen Vorsprung nicht halten und wurde von den andern drei auf der Geraden stehen gelassen. Boem hatte sich seine Kräfte am besten eingeteilt und feierte quasi einen Start-Ziel-Sieg. Richie Porte musste hingegen einen herben Rückschlag verkraften - nach einem Platten und einer zusätzlichen Zeitstrafe von 2 Minuten hat der Favorit den Anschluss an die Spitze verloren.