Giro Recap: Die erste Woche im Rückblick

Mai 18, 2015
Giro Recap: Die erste Woche im Rückblick

Wie schnell doch immer die Zeit vergeht: Die erste Woche der Giro d’Italia ist bereits rum und es ist so einiges passiert. Die 9. Etappe ist bereits absolviert und die Fahrer haben heute am 18. Mai einen wohlverdienten Tag Pause. Am Dienstag geht es auf der 10. Etappe weiter Richtung Forlì, eine relativ ebene Strecke mit einer Gesamtlänge von 200 km. Die Highlights der ersten 9. Etappen, alle Ergebnisse und den aktuellen Stand der Gesamtwertung gibt es hier in der Übersicht.

Aktueller Stand

Bei der Gesamtwertung gibt es momentan ein Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Favoriten Contador, Aru und Porte. Die Bergwertung führt momentan der Deutsche Simon Geschke an.

Maglia Rosa (Gesamtwertung): Alberto Contador (ESP), Team Tinkoff-Saxo
Maglia Rossa (Punktewertung): Elia Viviani (ITA), Team Sky
Maglia Azzurra (Bergwertung): Simon Geschke (GER), Team Giant-Alpecin
Maglia Bianca (Nachwuchswertung): Fabio Aru (ITA), Astana Pro Team

Etappenübersicht

Etappe 9 - Benevento - San Giorgio del Sannio

Sieger: Paolo Tiralongo (ITA), Astana Pro Team

Mit seinem dritten Platz und zwei überragenden King of the Mountain-Wertungen war die 9. Etappe ein voller Erfolg für den Deutschen Simon Geschke. Als Teil einer erfolgreichen Ausreißergruppe führte er das Rennen mit an und war sogar in Reichweite des Etappensieges. Im Hauptfeld waren die drei Führenden Aru, Porte und Contador stets gleich auf, wobei Fabio Aru der aggressivste der drei Favoriten war und häufig versuchte, sich abzusetzen. Beim Zielsprint konnte der junge Astana Pro Team-Fahrer immerhin 1 Sekunde Vorsprung vor seinen Konkurrenten herausfahren.

Etappe 8 - Fiuggi - Campitello Matese

Sieger: Benat Intxausti (ESP), Team Movistar

Die Etappe nach Campitello Matese bot ein absolutes Weltklasse-Rennen. Wechselhaftes Wetter, hohes Tempo, zwei schwere Anstiege, ein ständig-wechselndes Hauptfeld und zahlreiche Ausreißversuche dürften bei jedem Radfan für eine Extraportion Herzklopfen gesorgt haben. Durchsetzen konnte sich der Spanier Intxasuti, der sich beim letzten Anstieg komfortabel absetzen konnte und die letzten 6 km überlegt ins Ziel fuhr. Das Favoritentrio um Richie Porte fand sich hinter den Podiumsplätzen ein.

Etappe 7 - Groseeto - Fiuggi

Sieger: Diego Ulissi (ITA), Team Lampre-Merida

Die längste Etappe der diesjährigen Giro hielt, was man sich versprechen konnte. Die Sprinter zogen das Feld immer wieder auseinander, während das Peloton mit einem Auge auf die lange Distanz die Ruhe bewahrte und das Tempo kontrollierte. Beim letzten Sprint bergauf konnte sich der Lokalmatador Ulissi vor Lobato vom Movistar Team und Simon Gerrans von Orica-GreenEDGE durchsetzen. Contador verteidigte sein pinkes Jersey trotz Schmerzen wegen seines Sturzes im letzten Rennen.

Etappe 6 - Montecatini Terme - Castiglione Della Pescaia

Sieger: Andre Greipel (GER), Team Lotto-Soudal

Der erste Deutsche Etappensieg der Giro geht an den Sprinter Andre Greipel. Trotz eines frühen Ausreißerversuchs nach 20 km war das Feld stets kontrolliert und blieb lange zusammen; bis zu den letzten Kilometern führten die Teams Giant-Alpecin, Lotto-Soudal und Lampre-Merida das Rennen an. Den Zielsprint konnte dann Greipel vor Pelucchi und Modolo für sich entscheiden und damit auch zwischenzeitlich das rote Trikot für die Punktewertung ergattern. Aufreger des Rennens war mit Sicherheit der Sturz von Contador, der bei seinem Flug über das Vorderrad sich sowohl seine Hüfte als auch Schulter verletzte. Bis ins Ziel fuhr er trotzdem, hatte dann aber nur Probleme, sich das pinke Trikot überzustreifen.

Etappe 5 - La Spezia - Abetone

Sieger: Jan Polanc (SLO), Team Lampre-Merida

Die 152 km lange Etappe mit zwei Sprint- und zwei Bergwertungen war die erste, die mit einem Zielsprint auf dem Berg endete. Eine Ausreißergruppe bestehend aus 5 Fahrern distanzierte sich früh vom Hauptfeld und fuhr einen Vorsprung von bis zu 11 Minuten heraus, die Gruppe schrumpfte jedoch schon nach kurzer Zeit wieder auf 3 und das Peloton holte dank der starken Leistung der Favoritenteams Astana und Tinkoff-Saxo schnell auf. Polanc setzte dann aber den entscheidenden Punch und distanzierte sich von den restlichen Ausreißern und dem Hauptfeld. Ins Ziel folgten ihm Chavanel sowie das Favoritentrio Aru, Porte und Contador.

Etappe 4 - Chiavari - La Spezia

Sieger: Davide Formolo (ITA), Team Cannondale-Garmin

Mit drei King of the Mountain-Wertungen und zahlreichen weiteren Anstiegen war die 4. Etappe ein richtiges Stück Arbeit für die Fahrer. Erst beim letzten Anstieg konnte sich Formolo vom Rest absetzen und seinen Sieg eintüten. Das Hauptfeld lag zeitweise bis zu 10 Minuten zurück, und konnte trotz starker Leistung des Astana Pro-Teams die Lücke nicht gänzlich schließen. Eine 12-köpfige Gruppe machte dann den zweiten Platz unter sich aus. Orica-GreenEDGE-Fahrer Simon Clarke zeigte mit einer bärenstarken Aufholjagd eine klasse Performance und sicherte sich das Podium mit einem Zielsprint auf den letzten 150 Metern.

Etappe 3 - Rapallo - Sestri Levante

Sieger: Michael Matthews (AUS), Team Orica-GreenEDGE

Es war ein gutter Start für das australische Orica-GreenEDGE-Team bei der diesjährigen Giro. Das von BikeExchange unterstützte australische Profiteam sicherte sich dank Matthews die dritte Etappe und zeigte eine starke Leistung von jedem einzelnen Fahrer. Schon früh trennte sich eine 25-Mann-starke Gruppe vom Hauptfeld, die es auf den folgenden Kilometern schwer hatte, sich abzusetzen. Beim zweiten KOM-Anstieg mussten viele Fahrer die Reißleine ziehen, und nur noch ein Dutzend Fahrer hielten mit. Mithilfe seines Teamkollegen Simon Gerrans konnte sich Matthews in der entscheidenden Phase absetzen und den Sieg einheimsen, vor Fabio Felline und Philippe Gilbert.

Etappe 2 - Albenga - Genova

Sieger: Elia Viviani (ITA), Team Sky

Entlang einer atemberaubend schönen Küstenlandschaft, favorisierte die zweite Etappe bei perfektem Wetter eher die Sprinter. Nur eine Bergwertung bei ansonsten 177 km relativ flachem Terrain spielte den schnellen Fahrern in die Karten. Eine fünfköpfige Ausreißergruppe löste sich früh und sicherte sich die meisten zu vergebenen Punkte. Am Ende übernahmen drei Teams die Führungsarbeit: Trek Factory Racing, Orica-GreenEDGE und Lampre-Merida. Der lange Zielbereich war verführerisch für die Sprinter, und Andre Greipel war der erste, der den finalen Punch ansetzte. Jedoch überpowerte er etwas und wurde am Ende von Ellia Viviani und Moreno Hofland überholt. Das pinke Trikot übernahm Orica-GreenEDGE-Fahrer Matthews, der als 7. ins Ziel kam.

Etappe 1 - San Lorenzo Al Mare - Sanremo (TTT)

Sieger: Team Orica-GreenEDGE

Die Giro begann mit einem Mannschaftszeitfahren, bei dem sich das von BikeExchange gesponserte Orica-GreenEDGE-Team aus Australien durchsetzen konnte. Es war ein Bilderbuch-Teamerfolg, bei dem alle Fahrer ihren Beitrag leisteten, sodass am Ende Simon Gerrans als erster die Linie überqueren und das pinke Trikot einfahren konnte. Der technisch anspruchsvolle Kurs mit teilweise starkem Wind war wie gemacht für die Zeitfahr-Profis von Orica-GreenEDGE, die nach der ersten Messung noch hinter dem Team Tinkoff-Saxo lagen. Die zweite Hälfte war das australische Profiteam aber nicht mehr zu stoppen und fuhr ihren zweiten TTT-Erfolg bei der Giro in Serie ein. Zweiter wurde das Team Tinkoff-Saxo vor dem Astana Pro Team.