Ben Cruz @ BIKE Festival Willingen 2014

November 23, 2015

Wir trafen Ben Cruz vom Cannondale Overmountain Team auf dem Bike Festival Willingen und ließen uns die Chance nicht entgehen, etwas mit dem Amerikaner zu plaudern. Der Enduro-World-Series-Rider erzählte uns von seinen Umstieg auf die 27.5“er, seine Erfahrungen mit der neuen Lefty Supermax und von seiner Sicht auf die momentane Enduro-Szene.

Komisch aber gutgelaunt

Es war ein wenig windig im Sauerland. Trotzdem platzierten wir unseren prominenten Interviewgast Ben Cruz vor schöner Kulisse auf die Wiese direkt neben dem Festivalgelände, um ihn dann mit unseren Fragen zu löchern. Der Rider vom Cannondale Overmountain Team war äußerst locker und super ehrlich. „Es sind einige komische Leute hier“, antwortete er bei der Frage, wie ihm das Bike Festival in Willingen eigentlich so gefällt. Trotzdem sieht er das Bike Festival als coole Veranstaltung mit gutgelaunten Menschen und vor allem vielen Rennen.

Von 27.5“ und der Lefty Supermax

Der Umstieg von 26“ auf 27,5“ (oder 650B) Rädern bei seinem Enduro-Bike hat für Ben nur Vorteile gebracht. „Man merkt wirklich den Unterschied: Man hat viel mehr Traktion, das Bike ist schneller und ausgeglichener“, sagt er zur neuen Laufradgröße. Vorher ist er quasi ausschließlich 26“ gefahren. „Auch der Radstand ist länger. Bei hohen Geschwindigkeiten ist das Bike sehr stabil“, fügt Ben noch hinzu. Mit der neuen Lefty Supermax ist der 24-Jährige auch sehr zufrieden. „Fühlt sich sehr gut an“, beschreibt er das Feeling mit der neuen Gabel. Bens Gabel ist zwar professionell angepasst und unterscheidet sich daher von der Serien-Version, aber trotzdem ist er vor allem von der Steifigkeit der neuen Lefty überzeugt: „It’s stiff as shit, stiff as …“ Wir können nur raten, was er da im Sinn hatte.

Gefahr ist Teil der Sache

Das Cannondale Overmountain Team ist eines der erfolgreichsten Teams im relativ jungen Enduro-Sport, und Ben weiß um die momentane Popularität der Szene: „Sie wächst sehr sehr schnell, schon seit den letzten 3 Jahren.“ Durch den Hype werden die Strecken schwieriger und auch gefährlicher, und immer mehr Rider finden ihren Weg in den Sport und bringen den Anspruch auf ein höheres Level. „Die Leute sind wirklich am Pushen, und es wird definitiv immer gefährlicher, aber das ist irgendwie ein Teil der Sache“, meint Ben. Den Sturz von seinem Teamkollegen und amtierenden Enduro-Weltmeister Jérôme Clémentz will Ben nicht überbewerten: „Es war ein dummer Fehler, das passiert jedem.“

Verloren ohne Jérôme

Trotzdem ist sein momentanes Aus für das Cannondale Overmountain Team ein kleiner Rückschlag. Jérôme wird wahrscheinlich erst wieder zum Super Enduro Finale Ligure im Oktober fit sein. „Er ist nicht glücklich darüber, und wir sind es auch nicht“, sagt Ben. Als Team-Leader hat Jérôme natürlich eine besondere Stellung im Team inne. „Wir sind jetzt wie verlorene Kinder“, lacht Ben. Na ganz so schlimm ist es sicherlich nicht.